Bilfinger Aktie: Kunden treten auf die Bremse
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 11:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ZurĂŒckhaltung bei Kunden trifft Bilfinger mitten in einer laufenden Wachstumsstrategie. Der Industriedienstleister kappt seine Jahresziele deutlich und greift zum Rotstift â mit Folgen fĂŒr bis zu 1.500 Stellen weltweit.
Prognose krÀftig zusammengestrichen
FĂŒr 2026 rechnet Bilfinger nun mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro, statt der bislang angepeilten 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro. Deutlich schmerzhafter fĂ€llt der Einschnitt bei der ProfitabilitĂ€t aus: Die EBITA-Marge soll nur noch bei 3,2 bis 3,6 Prozent liegen, nach zuvor in Aussicht gestellten 5,8 bis 6,2 Prozent.
Bereinigt um die Kosten des neuen Sparprogramms ergĂ€be sich immerhin eine Marge von 4,6 bis 5,0 Prozent â auch das liegt aber klar unter dem ursprĂŒnglichen Plan.
Der Free Cashflow wird ebenfalls niedriger ausfallen als gedacht: Statt 250 bis 300 Millionen Euro rechnet das Unternehmen nun mit 180 bis 220 Millionen Euro.
Kunden verschieben Investitionen
Als Ursache nennt Bilfinger eine spĂŒrbar gestiegene ZurĂŒckhaltung der Kunden im dritten Quartal. Sie zeigt sich sowohl bei neuen AuftrĂ€gen als auch beim Abruf von Leistungen aus bestehenden RahmenvertrĂ€gen. Kunden verschieben demnach Investitionen, was sich unmittelbar auf die ProfitabilitĂ€t niederschlĂ€gt.
Besonders in HochlohnlĂ€ndern fĂŒhrt das zu einer anhaltenden Unterauslastung. Hinzu kommt ein ungĂŒnstiger Produktmix: Komplexere, höherpreisige Arbeiten werden bislang seltener abgerufen als erwartet, was zusĂ€tzlich auf die Marge drĂŒckt.
Sparprogramm "Agile" soll gegensteuern
Als Antwort bringt Bilfinger das Sparprogramm "Agile" auf den Weg. Im vierten Quartal 2026 bildet das Unternehmen dafĂŒr RĂŒckstellungen von rund 75 Millionen Euro. Weltweit könnten bis zu 1.500 Stellen betroffen sein.
An den langfristigen Zielen bis 2030 hĂ€lt Bilfinger trotz der aktuellen SchwĂ€che fest: Ein jĂ€hrliches Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent, eine EBITA-Marge von 8 bis 9 Prozent und eine Cash Conversion von mindestens 90 Prozent bleiben die Messlatte fĂŒr die kommenden Jahre. Ob das Sparprogramm ausreicht, um die aktuelle NachfrageschwĂ€che zu kompensieren, wird sich an den Zahlen zum dritten Quartal zeigen.
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