BioMarin Aktie: Zukauf für 490 Millionen Dollar
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 08:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BioMarin greift tief in die Pipeline eines Konkurrenten und sichert sich damit einen möglichen Meilenstein in der Behandlung einer seltenen Knochenkrankheit. Das Unternehmen übernimmt die klinische Biotech-Firma Alesta Therapeutics und holt sich damit deren Hoffnungsträger ALE1 ins Haus.
Oraler Wirkstoff gegen seltene Knochenkrankheit
ALE1 ist eine oral einnehmbare Substanz, die gegen Hypophosphatasie (HPP) entwickelt wird — eine seltene genetische Erkrankung, die Knochen- und Zahnmineralisierung stört und zu Brüchen, Zahnverlust sowie Muskelschwäche führen kann.
Bislang gibt es dafür nur injizierbare Therapien. Gelingt die Zulassung, wäre ALE1 die erste orale Behandlungsoption für die Krankheit, von der laut Unternehmensangaben allein in den USA mehr als 9.000 Menschen betroffen sind — bei vermuteter Dunkelziffer durch Fehldiagnosen.
Der Wirkstoff befindet sich aktuell in einer Phase-1/2a-Studie, die Sicherheit und Verträglichkeit bei gesunden Probanden und HPP-Patienten prüft. Nach Abschluss der Übernahme soll das Programm in BioMarins Geschäftsbereich für Skeletterkrankungen eingegliedert werden.
Kaufpreis in zwei Stufen
BioMarin zahlt 275 Millionen Dollar Vorabsumme in bar, hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 215 Millionen Dollar bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Zulassungsschritte. Das Gesamtvolumen der Transaktion kann damit auf bis zu 490 Millionen Dollar steigen. Finanziert wird der Deal aus vorhandenen Barmitteln.
Vor Abschluss der Übernahme spaltet Alesta sämtliche Vermögenswerte außerhalb von ALE1 in eine neu gegründete Einheit ab. Die bisherigen Alesta-Mitarbeiter wechseln zu dieser Ausgründung — bei BioMarin selbst kommt somit kein Personal von Alesta unter. Als Finanzberater fungierte auf BioMarin-Seite Morgan Stanley, auf Alesta-Seite J.P. Morgan Securities.
CEO Alexander Hardy bezeichnete den Zukauf als strategisch passend, da er dem Unternehmen den Zugang zu einem größeren Patientenmarkt eröffne und die frühe klinische Pipeline stärke. Der Konzern kündigte an, nach Abschluss der Transaktion eine aktualisierte Jahresprognose für 2026 vorzulegen — ohne die Vorabzahlung soll der Effekt auf das Jahresergebnis moderat verwässernd ausfallen.
Der Abschluss der Übernahme wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der üblichen Vollzugsbedingungen.
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