Bitcoin: Countdown im Senat
Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
FĂŒnf Arbeitstage bleiben dem US-Senat, bevor er in die Sommerpause geht â und mit ihm dem CLARITY Act, dem Gesetz, das dem Kryptomarkt endlich verlĂ€ssliche Regeln geben soll. Bitcoin selbst hĂ€lt sich dabei erstaunlich stabil, obwohl ein Hardware-Wallet-Hack die Selbstverwahrer verunsichert und ausgerechnet der gröĂte institutionelle Halter der KryptowĂ€hrung plötzlich verkauft statt kauft.
FĂŒnf Tage fĂŒr den CLARITY Act
Dem CLARITY Act bleiben rechnerisch noch fĂŒnf Arbeitstage vor der Sommerpause des US-Senats am 7. August. Prediction Markets sehen die Wahrscheinlichkeit einer Verabschiedung noch in diesem Jahr unter 35 Prozent.
Der Senat brĂ€uchte 60 Stimmen gegen ein mögliches Filibuster, und die Ethik-Klausel rund um die persönlichen Krypto-Einnahmen von PrĂ€sident Trump ist weiterhin ungeklĂ€rt. Der MehrheitsfĂŒhrer rĂ€umte selbst ein, keine sichere Mehrheit zu haben.
WĂ€hrend Bitcoins eigenes Regulierungspaket stockt, macht die SEC bei Altcoins Tempo: Zum 9. August öffnet die Behörde das Zulassungsfenster fĂŒr Cardano-Spot-ETFs â den nĂ€chsten Schritt einer Expansion, die 2024 mit Bitcoin begann.
Strategy verkauft mit Verlust
Ausgerechnet der gröĂte institutionelle Bitcoin-Halter sorgt fĂŒr NervositĂ€t. Strategy trennte sich vergangene Woche von 1.638 Bitcoin fĂŒr 104,7 Millionen Dollar.
Der Verkaufskurs von 63.957 Dollar lag deutlich unter der eigenen Kostenbasis von 75.419 Dollar je Coin â Strategy verkauft damit mit Verlust. Der Bestand sinkt auf 842.138 Bitcoin, gekauft wurde zuletzt Ende Juni, die lĂ€ngste Pause seit Start des Kaufprogramms.
Ein Teil der Erlöse floss in Dividenden und einen RĂŒckkauf der eigenen Vorzugsaktie STRC, die seit Mitte Mai unter ihrem Nennwert notiert. FirmengrĂŒnder Michael Saylor, bekannt fĂŒr seinen Slogan "Never sell your Bitcoin", betonte zuletzt, persönlich nie verkauft zu haben â wĂ€hrend sein Unternehmen genau das tut.
Hack treibt Nutzer zurĂŒck zu Börsen
Parallel dazu belastet ein Sicherheitsvorfall die Stimmung unter Selbstverwahrern: Aus der Hardware-Wallet Coldcard wurden seit dem 30. Juli ĂŒber 1.300 Bitcoin im Wert von mehr als 80 Millionen Dollar abgezogen.
Die Krypto-Börse OKX berichtet infolge des Hacks von Rekord-ZuflĂŒssen auf ihre Plattform â offenbar kehren viele Nutzer ihre Coins aus der Selbstverwahrung zurĂŒck in die Obhut zentraler Anbieter, eine Umkehrbewegung zu der einst nach dem FTX-Kollaps einsetzenden Flucht in eigene Wallets.
An den Spot-ETFs zeigt sich unterdessen ein gemischtes Bild: Nach NettoabflĂŒssen von 265 Millionen Dollar am 31. Juli, die den kompletten Monatsgewinn auslöschten, verzeichneten die US-Produkte am Montag wieder NettozuflĂŒsse von 170 Millionen Dollar.
RĂŒckenwind kommt von der Aktienseite: Nachdem Andeutungen einer Entspannung zwischen den USA und dem Iran die Ălpreise drĂŒckten, kletterte der DAX erstmals ĂŒber 26.000 Punkte, wĂ€hrend Nasdaq-100-Futures rund 2,1 Prozent zulegten. Bitcoin selbst bewegte sich am Dienstagnachmittag bei rund 63.800 Dollar, nachdem der Kurs am Montag zwischenzeitlich bis auf 62.643 Dollar gefallen war â knapp die HĂ€lfte unter dem Rekordhoch von 126.198 Dollar.
Die Woche liefert gleich mehrere Wegmarken: Der 7. August markiert das Ende der Senats-Sitzungswoche, am 12. August folgt mit dem US-Verbraucherpreisindex der nĂ€chste groĂe Makrokatalysator. HĂ€lt Bitcoin die UnterstĂŒtzung bei 62.500 Dollar, bliebe das charttechnische Bild seit Ende Juni intakt â ein Wochenschluss ĂŒber 66.000 Dollar wĂ€re nötig, um den seit Juni bestehenden Widerstand endgĂŒltig zu brechen.
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