Bitcoin: Fork ohne Rückhalt
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 13:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaum probiert, schon gescheitert: Der umstrittene BIP-110-Fork hat es in acht Stunden gerade einmal auf zwei neue Blöcke gebracht, während die Bitcoin-Hauptkette im selben Zeitraum 48 Blöcke produzierte. Parallel dazu kämpft der Bitcoin-Kurs mit der Marke von 65.000 Dollar, obwohl Anleger vergangene Woche kräftig in ETFs investiert haben. Zwei Geschichten, ein Wochenende — und keine davon liefert eine klare Richtung.
Bitcoin notierte am Sonntagmorgen bei 64.800,90 Dollar, ein Rückgang von 0,28 Prozent binnen 24 Stunden. Der Kurs bewegt sich damit weiterhin in der engen Spanne zwischen rund 63.600 und 65.250 Dollar, die charttechnisch seit Tagen als Entscheidungszone gilt. Ein Ausbruch nach oben mit Volumen könnte neue Dynamik entfachen, ein Bruch der 200er-Durchschnittslinie bei etwa 63.600 Dollar dagegen die jüngste Erholung infrage stellen.
ETF-Zuflüsse trotzen schwachem Wochenausklang
US-Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether zogen in der vergangenen Woche zusammen 1,1 Milliarden Dollar an — der stärkste Wert seit April. Die Bitcoin-Fonds allein sammelten an fünf aufeinanderfolgenden Handelstagen bis Freitag 853,5 Millionen Dollar ein, angeführt von BlackRocks IBIT mit 693,7 Millionen Dollar. Fidelitys FBTC steuerte weitere 116,4 Millionen Dollar bei.
Zum Wochenende ließ die Nachfrage jedoch spürbar nach. Überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten — die Zahl der Beschäftigten sank um 23.000 statt wie erwartet um 80.000 zu steigen — drückten auf die Stimmung. Das ETF-Handelsvolumen fiel um 9 Prozent auf 8,19 Milliarden Dollar, der zweitniedrigste Wochenwert seit Oktober 2024. Seit Jahresbeginn stehen die Bitcoin-Fonds mit rund 4,44 Milliarden Dollar Nettoabflüssen weiterhin im Minus.
Der Fork verliert den Anschluss
Die BIP-110-Initiative wollte über ein Jahr lang bestimmte Nicht-Zahlungsdaten wie Ordinals-Inschriften in Bitcoin-Transaktionen einschränken. Nötig dafür wäre eine Zustimmung von 55 Prozent der geschürften Blöcke gewesen. Tatsächlich signalisierten in der entscheidenden Phase nur 2,53 Prozent der Miner Unterstützung — die Abspaltung blieb faktisch ohne Rückhalt der großen Mining-Pools.
Da die Minderheitskette Bitcoins Mining-Schwierigkeit geerbt hat, aber kaum Rechenleistung hinter sich versammeln kann, dürfte die nächste Schwierigkeitsanpassung nach aktuellem Tempo erst in rund 350 Tagen erfolgen. Beide Ketten akzeptieren derzeit identische Transaktionen — für Halter, die abgespaltene Coins verkaufen wollen, bedeutet das ein reales Risiko von Replay-Angriffen, die auch die eigentlichen Bitcoin-Bestände betreffen könnten.
Der technische Konflikt bleibt damit ungelöst, während sich der Markt auf die kommende Woche vorbereitet. Ob die ETF-Nachfrage nach dem schwachen Wochenausklang wieder anzieht, dürfte sich an den nächsten US-Konjunkturdaten und der Reaktion auf die anhaltenden Coldcard-Diebstähle zeigen, deren Gesamtschaden Galaxy Research zufolge bereits über 111 Millionen Dollar liegt.
Bitcoin-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bitcoin-Analyse vom 9. August liefert die Antwort:
Die neusten Bitcoin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bitcoin-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bitcoin: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
