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Bitcoin: Senat vertagt Krypto-Hoffnung

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der US-Senat vertagt den Clarity Act auf September, was Bitcoin unter Druck setzt. Die Kurse bleiben in enger Spanne, Analysten halten am Jahresziel fest.

Bitcoin-Kurs: Senatsverschiebung des Clarity Acts bremst Krypto-Hoffnung
Ein gläsernes Bitcoin-Symbol auf einem dunklen Marmortisch vor einem unscharfen Hintergrund mit Finanzgrafiken. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Hoffnung auf schnelle Rechtssicherheit für den Kryptomarkt muss warten. Der US-Senat hat die Abstimmung über den Clarity Act auf September verschoben — und Bitcoin reagiert mit spürbarem Rückenwind-Verlust. Wer auf einen regulatorischen Katalysator noch vor der Sommerpause gehofft hatte, wird enttäuscht.

Am Freitagvormittag notiert Bitcoin bei 64.299 US-Dollar, ein Minus von 0,75 Prozent. Die gesamte Kryptomarktkapitalisierung sinkt um rund 0,8 Prozent auf 2,19 Billionen US-Dollar. Damit bewegt sich der Markt weiter in der seit Tagen etablierten Spanne zwischen 63.000 und 65.500 US-Dollar — ein enges Band, in dem die Handelsaktivität zuletzt spürbar nachgelassen hat.

Clarity Act erst im September

Mehrheitsführer John Thune hat bestätigt: Eine Abstimmung vor der Senatspause findet nicht mehr statt. Das Gesetz, das digitalen Vermögenswerten in den USA erstmals einen klaren regulatorischen Rahmen geben soll, kommt frühestens nach der Rückkehr der Senatoren am 14. September wieder auf die Tagesordnung. Demokraten zeigten sich laut Aussagen aus dem Senatsumfeld zurückhaltend — die politische Brisanz vor den Zwischenwahlen im November spielt dabei eine Rolle.

An den Prognosemärkten hat die Verzögerung Spuren hinterlassen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act noch in diesem Jahr beide Kongresskammern passiert und unterzeichnet wird, wird auf Polymarket nur noch mit 16 Prozent eingepreist. Das Gesetz braucht 60 Stimmen im Senat — eine Hürde, an der sowohl demokratische Zustimmung als auch schwindender Rückhalt in den eigenen Reihen der Republikaner hängen.

Kursziel unter Druck

Trotz der schwachen Kurse hält Standard Chartered an seinem Jahresendziel von 100.000 US-Dollar für Bitcoin fest. Analyst Geoff Kendrick bezeichnete die jüngsten Bitcoin-Verkäufe von Strategy als "größtenteils nur Rauschen". Das Unternehmen, mit über 840.000 BTC weiterhin der mit Abstand größte Firmenhalter, hatte im Mai erstmals seit Dezember 2022 Bestände abgestoßen — ausgerechnet jene Rückkehr zur Akkumulation, die Kendrick selbst als Bedingung für seine Bodenbildungsthese genannt hatte, bleibt damit aus.

Historische Vergleichswerte sprechen zudem gegen eine schnelle Erholung. Vergleichbare Rückgänge von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Allzeithoch — Bitcoin hatte im Oktober 2025 bei 126.198 US-Dollar notiert, bevor es bis Mitte Juni 2026 auf ein Tief von 59.375 US-Dollar fiel — dauerten in der Vergangenheit meist zwei bis drei Jahre bis zur vollständigen Erholung. Die Ausnahme von 2021, als eine ähnliche Korrektur binnen weniger Monate aufgeholt wurde, bleibt bislang unerreicht.

Der nächste kurzfristige Impuls dürfte von den US-Arbeitsmarktdaten kommen, die am Freitagnachmittag veröffentlicht werden. Bleibt die Arbeitslosenquote im Rahmen der Erwartungen, dürfte die Marktreaktion begrenzt ausfallen. Eine deutliche Abweichung könnte dagegen die Zinserwartungen verschieben — und damit auch Bitcoin aus seiner engen Handelsspanne treiben.

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