BNP Paribas Aktie: Bonnafé erwägt höhere Ausschüttungsquote
Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 06:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deBNP Paribas hat am Donnerstag die neuen Kapitalanforderungen der Europäischen Zentralbank veröffentlicht. Sie gelten ab dem 1. Januar 2027 und setzen die Mindestquote für hartes Kernkapital auf 10,73 %. Für Anleger bilden diese Vorgaben den Rahmen für die angekündigten Aktienrückkäufe und eine mögliche höhere Ausschüttungsquote.
Die Kapitalanforderungen und die Ausschüttungspläne sind dabei getrennt zu betrachten: Der Rückkauf ist angekündigt. Eine Anhebung der Ausschüttungsquote steht dagegen lediglich als Möglichkeit für eine bevorstehende Diskussion im Verwaltungsrat im Raum.
Höhere Zusatzanforderung als bisher
Die sogenannte Säule-2-Anforderung beträgt 1,90 %. Gegenüber dem SREP-Verfahren 2025 entspricht das einem Anstieg um 17 Basispunkte. Die Vorgabe ist Teil der aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die BNP Paribas am Donnerstag bekanntgab.
Damit rückt neben der Ertragsentwicklung auch die Kapitalplanung in den Anlegerfokus. Aus den veröffentlichten Mindestanforderungen allein lässt sich allerdings weder eine Kürzung noch eine Ausweitung der Ausschüttungen ableiten. Entscheidend ist die Trennung zwischen regulatorischen Vorgaben und den konkreten Entscheidungen der Bank.
Höhere Ausschüttungsquote als Option
Reuters berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafé, dass die Bank eine Anhebung der Ausschüttungsquote von 60 % auf 70 % erwägen könnte. Eine entsprechende Diskussion im Verwaltungsrat steht bevor.
Die Aussage ist keine beschlossene Änderung der Ausschüttungspolitik. Sie beschreibt eine Option, während BNP Paribas beim Aktienrückkauf bereits einen konkreten Schritt angekündigt hat.
Das am Mittwoch vorgestellte Programm umfasst bis zu 1,3 Milliarden Euro für die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2026. Die Käufe beginnen am 2. November 2026. Die erworbenen Aktien werden eingezogen.
Gewinnwachstum stützt die Kapitalrückgabe
Den wirtschaftlichen Hintergrund liefert das jüngste Quartalsergebnis. Die Bank meldete für das dritte Quartal 2026 einen Nettogewinn von 3,46 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr.
Auch die Einnahmen legten zu. Damit beruht die Diskussion über höhere Ausschüttungen nicht allein auf einer Absichtserklärung, sondern begleitet ein gestiegenes Geschäftsergebnis.
Der Umsatz erreichte 13,76 Milliarden Euro und wuchs um 9,5 %. Zugleich bestätigte BNP Paribas ihre Ziele einschließlich eines durchschnittlichen jährlichen Nettogewinnwachstums von mehr als 10 % zwischen 2025 und 2028.
Für Anleger bleibt die Unterscheidung wesentlich: Der Rückkauf hat einen festgelegten Starttermin, die höhere Ausschüttungsquote noch keinen Beschluss. Die neuen Kapitalvorgaben ergänzen diese Perspektive um den verbindlichen aufsichtsrechtlichen Rahmen.
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