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BNP Paribas Aktie: UBS hält Sorgen für überzogen

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 20:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der geringe Bestand an französischen Staatsanleihen stützt UBS’ positive Sicht, während mögliche Livret-A-Zinskosten ein separates Gewinnrisiko darstellen.
BNP Paribas S.A. FR0000131104 – Architektur-Render moderner Glas-Doppeltürme im Pariser Finanzviertel La Défense Illustration mit AI erstellt.

UBS hält die Sorgen um BNP Paribas für überzogen: Die Bank besitze nur wenige französische Staatsanleihen. Zugleich preise die Aktie bereits zu viele schlechte Nachrichten ein. Damit stellt das Analysehaus der angespannten Lage am französischen Anleihemarkt eine unternehmensspezifische Einschätzung entgegen. Für Anleger ist entscheidend, zwischen den Risiken Frankreichs und den tatsächlichen Belastungen für BNP Paribas zu unterscheiden.

UBS setzt auf übertriebene Abschläge

Die Einschätzung gehört zu einer positiven Haltung von UBS gegenüber französischen Aktien auf Sicht von zwölf Monaten. Besonders französische Banken empfiehlt das Haus. Bei BNP Paribas stützt sich das Argument ausdrücklich auf den geringen Bestand an französischen Staatsanleihen, den sogenannten OAT.

Das ist eine wichtige Einschränkung der pauschalen Sorge vor Staatsanleiherisiken. Aus der Anspannung am französischen Anleihemarkt folgt nach dieser Argumentation nicht automatisch eine entsprechend hohe direkte Belastung für BNP Paribas. Die positive Einschätzung ist allerdings kein Nachweis dafür, dass die Bank gegen sämtliche Folgen höherer Renditen abgeschirmt wäre.

Der Analystenkonsens bewertet BNP Paribas mit etwa dem 7,3-Fachen des Gewinns des laufenden Geschäftsjahres. Das passt zum Bild einer zurückhaltenden Bewertung. Für sich genommen belegt das niedrige Gewinnvielfache jedoch noch keine Unterbewertung: Entscheidend bleibt, wie belastbar die zugrunde liegenden Gewinnerwartungen sind.

Einlagenkosten als zusätzliches Gewinnrisiko

Neben Staatsanleihen verdienen deshalb die Kosten im französischen Privatkundengeschäft Aufmerksamkeit. Jefferies warnt vor höherem Einlagenaufwand, falls die Regierung den Livret-A-Zins im Februar von 1,7 % auf 2,4 % anhebt. Eine solche Anpassung ist nicht beschlossen; die Regierung kann politisch von der Berechnungsformel abweichen.

Für BNP Paribas wäre das ein anderer Belastungskanal als ein unmittelbarer Verlust auf Staatsanleihen. Ein geringer OAT-Bestand beantwortet die Frage nach steigenden Einlagenkosten nicht. Beide Aspekte müssen Anleger daher getrennt bewerten.

Nach der Modellrechnung von Jefferies würde eine Zinsänderung um 50 Basispunkte den Vorsteuergewinn der französischen Privatkundensparten 2027 im Durchschnitt um 4 % senken. Die Berechnung umfasst BNP Paribas und zwei weitere französische Großbanken.

Auf Konzernebene läge der durchschnittliche Effekt bei etwa 1 %. Absicherungen berücksichtigt die Rechnung nicht. Es handelt sich damit weder um eine konkrete Gewinnwarnung von BNP Paribas noch um eine ausschließlich für den Konzern ermittelte Prognose.

Quartalszahlen mĂĽssen die Bewertung unterlegen

Die nächsten Quartalszahlen von BNP Paribas werden am 28. Oktober erwartet. Sie bilden den nächsten unternehmensspezifischen Prüfstein für die skeptischen Erwartungen am Markt.

Die Anlagefrage lautet damit nicht allein, ob französische Staatsanleihen unter Druck bleiben. Entscheidend ist, ob die tatsächliche Gewinnentwicklung die bereits eingepreisten Sorgen rechtfertigt. UBS sieht hier eine Chance durch übertriebene Abschläge; die von Jefferies beschriebenen Einlagenkosten markieren eine konkrete Grenze dieses Optimismus.

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