Boehringer Ingelheim Aktie: Envisagenics-Allianz zielt auf Krebstherapien
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Boehringer Ingelheim forciert die Entwicklung neuer Therapien in der Onkologie. Das Pharmaunternehmen vereinbarte am Dienstag eine Forschungskooperation mit dem Unternehmen Envisagenics zur Identifizierung von Krebszielen auf Basis von RNA-Spleißing.
Die finanzielle Vereinbarung besitzt erhebliches Volumen: Envisagenics erhält über USD 1 Milliarde in Meilensteinen, Optionsgebühren und Lizenzgebühren. Darüber hinaus sieht das Abkommen spätere Lizenzgebühren in Form von Royalties vor.
Im Mittelpunkt der Forschungsallianz steht die Bekämpfung solider Tumoren. Boehringer Ingelheim sichert sich dabei die Option, verschiedene therapeutische Ansätze voranzutreiben. Das Unternehmen kann dabei mehrere Modalitäten einsetzen, darunter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, T-Zell-Engager sowie multispezifische Antikörper. Der Schritt ergänzt frühere Initiativen im Onkologiebereich wie die Lizenzvereinbarung mit Owkin vor gut drei Wochen.
Abbruch der Phase-III-Studie EASi-KIDNEY
Der Expansion in der Krebsforschung steht ein Rückschlag in der klinischen Nierenforschung gegenüber. Am 15. September beendete Boehringer Ingelheim die klinische Phase-III-Studie EASi-KIDNEY, die unter der Kennung NCT06531824 registriert war. Das Pharmaunternehmen folgte damit einer Empfehlung des zuständigen unabhängigen Kontrollgremiums, dem Data Monitoring Committee.
Die Diskontinuierung der Studie wurde notwendig, da die angesammelten Daten keine klinisch bedeutsame Erwartung eines Nutzens mehr unterstützten. Dies bezog sich auf den primären kombinierten Endpunkt bei der untersuchten Patientenpopulation mit chronischer Nierenerkrankung, abgekürzt als CKD. Boehringer Ingelheim entschied sich vor diesem Hintergrund für die vorzeitige Einstellung der klinischen Prüfung.
Programme in der Diagnostik und Tiermedizin
Abseits der Wirkstoffforschung trieb Boehringer Ingelheim weitere Vorhaben im Gesundheitssektor voran. Am Dienstag meldete das Unternehmen die weltweite Ausweitung der Initiative „Detect the SOS“.
Das Programm widmet sich der Schließung der bestehenden Lücke bei uACR-Tests. Zuvor hatte das Pharmaunternehmen am 17. September bereits das Projekt „PED Essentials“ vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine Online-Lernressource für Daten zu Patientenerfahrungen.
Einen Produktstart meldete das Unternehmen zudem im Geschäftsfeld der Veterinärmedizin. Am 1. September führte Boehringer Ingelheim das Präparat SCOVELLA® in Großbritannien ein. Das Medikament stellt dort die erste zugelassene Therapie zur Behandlung von Insulindysregulation bei Pferden dar. Das Tiergesundheitsgeschäft war bereits vor rund einem Monat durch die Eröffnung des US-Hauptquartiers gestärkt worden.
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