Boeing, Aktie

Boeing Aktie: 140 Jets in der Warteschlange

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 18:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für rund 140 der zugesagten Boeing-Flugzeuge gelten Bestellungen als intakt. Neue China-Aufträge beim Gipfel bleiben jedoch unbestätigt.

Fotorealistische Endmontagehalle mit generischem zweistrahligen Passagierflugzeug ohne Markenzeichen
Fotorealistisches Bild zeigt Boeing Company (ISIN US0970231058) mit generischem Flugzeug in Endmontagehalle im Everett-Stil Illustration mit AI erstellt.

Drei Tage vor dem Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping im Weißen Haus meldet sich US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer mit konkreten Zahlen zu Wort: Von den im Mai zugesagten 200 Boeing-Jets für chinesische Fluggesellschaften befinden sich rund 140 Bestellungen "in gutem Zustand". Bei zehn weiteren würden die Verträge gerade schriftlich fixiert.

Große Erwartungen an neue Zusatzbestellungen rund um das Gipfeltreffen dämpft Greer allerdings. Konkrete Hinweise auf zusätzliche chinesische Order lieferte er nicht.

Ortberg bremst Erwartungen

Boeing-Chef Kelly Ortberg hatte vergangene Woche auf einer Investorenkonferenz bereits ähnliche Töne angeschlagen. Er rechne mit weiteren Bestellungen, diese würden aber im Tempo der Airlines selbst kommuniziert – nicht als große Ankündigung zum Gipfel.

Die im Mai vereinbarten 200 Flugzeuge bezeichnete Ortberg als "erste Tranche" eines möglicherweise deutlich größeren Deals. Trump selbst hatte im Mai von bis zu 750 möglichen Bestellungen gesprochen.

Für Boeing ist das China-Geschäft mehr als ein Randthema. Der Deal markierte im Mai die erste große chinesische Order seit fast einem Jahrzehnt – nachdem Peking im Oktober 2025 im Zuge eskalierender Handelsspannungen sogar mit Beschränkungen für Boeing-Ersatzteile gedroht hatte. Die Aktie notiert derzeit rund neun Prozent im Minus seit Jahresbeginn und deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 254,35 Dollar.

Der Handelsstreit als Hintergrundrauschen

Der aktuelle Optimismus rund um China-Bestellungen ist Teil eines größeren, oft wechselhaften Handelskonflikts. Seit Februar 2025 wechselten sich Zollerhöhungen, Exportbeschränkungen bei Seltenen Erden und Verhandlungspausen ab – mit einer für November terminierten Frist für den bestehenden Waffenstillstand. Boeing-Aufträge gelten in diesem Geflecht als eines der sichtbarsten Signale für den Zustand der Beziehungen zwischen Washington und Peking.

Genau deshalb blicken Marktbeobachter auf das Treffen am Donnerstag: Liefert der Gipfel konkrete Details zu Lieferterminen oder Finanzierungskonditionen für die 200 zugesagten Jets, wäre das ein klares positives Signal. Bleibt es bei einer vagen Kommunikation ohne Vertragsdetails, dürfte die Marktreaktion verhalten ausfallen – die Zahl von 200 Flugzeugen ist bereits eingepreist, die Umsetzung fehlt bislang.

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