Bombardier Aktie: Trump nimmt Verkaufsdrohung zurĂŒck
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDonald Trump hat gestern in Kansas signalisiert, Bombardier nicht vom US-Markt ausschlieĂen zu wollen. Laut Reuters sagte er, er wolle dem kanadischen Flugzeugbauer nicht schaden. Damit entschĂ€rft er seine frĂŒhere Verkaufsdrohung. FĂŒr Anleger ist das eine Entlastung, aber noch keine verbindliche Absicherung des wichtigen US-GeschĂ€fts.
Die Aktie gewinnt heute 4,5% auf 325,42 CAD. Der Kursanstieg begleitet die versöhnlicheren ĂuĂerungen nach den vorangegangenen Drohungen gegen das Unternehmen.
ArbeitsplÀtze verÀndern den politischen Ton
Bei seinem Wahlkampfauftritt nahe Wichita verwies Trump auf Bombardiers PrĂ€senz in Kansas. Die Veranstaltung unterstĂŒtzte Senator Roger Marshall, der sich fĂŒr das Unternehmen eingesetzt hatte. Die lokale Verankerung erhĂ€lt damit politisches Gewicht: Ein Vorgehen gegen Bombardier wĂŒrde auch BeschĂ€ftigte und GeschĂ€ftspartner in den USA treffen.
Bombardier beschĂ€ftigt in Wichita 1.500 Menschen und in den USA insgesamt 3.500. Mehr als die HĂ€lfte seines Produktionsvolumens verkauft das Unternehmen auf dem US-Markt. Ein Ausschluss wĂŒrde damit einen zentralen Absatzmarkt betreffen.
Die US-PrĂ€senz ist zugleich ein Argument gegen einen solchen Eingriff. Neben den ArbeitsplĂ€tzen stehen Investitionen und Lieferbeziehungen auf dem Spiel. Marshall hatte wegen der Drohung Kontakt zum WeiĂen Haus aufgenommen.
Bombardier kĂŒndigte am 15. Oktober rund 50 Mio. US-Dollar Investitionen in Wichita an. Dazu gehören ein eröffnetes technisches Trainingszentrum, eine erweiterte Rad- und Reifenwerkstatt sowie weitere geplante KapazitĂ€ten.
Entspannung ohne regulatorische Zusage
Trumps neue Aussage unterscheidet sich deutlich von seiner Drohung im September. Damals hatte er einen Ausschluss vom US-Markt in Aussicht gestellt. Eine konkrete regulatorische Ănderung oder UnterstĂŒtzung nannte er bei seinem jĂŒngsten Auftritt allerdings nicht.
Reuters zufolge war zudem unklar, wie Trump Auslieferungen an US-Kunden verhindern könnte: Die betreffenden Jets sind von der FAA zugelassen. FrĂŒhere Zertifizierungsdrohungen vom Februar wurden nicht umgesetzt. Die jĂŒngste ĂuĂerung ist deshalb zunĂ€chst ein politisches Entspannungssignal, keine formelle Garantie.
Auftragsbestand und ServicegeschÀft im Blick
FĂŒr die operative Einordnung bleibt die Nachfrage entscheidend. Der kombinierte Flugzeug- und Service-Auftragsbestand erreichte im ersten Halbjahr 2026 laut Aviation Week 21,8 Mrd. US-Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 16,1 Mrd. US-Dollar.
Parallel baut Bombardier Wartung, Training und Kundendienst aus. Diese AktivitÀten richten den Blick auf das GeschÀft mit bestehenden Kunden und ergÀnzen den Verkauf neuer Flugzeuge.
Im zweiten Quartal 2026 erzielte das ServicegeschĂ€ft einen Rekordumsatz von 674 Mio. US-Dollar. Die nĂ€chsten Quartalsergebnisse sind fĂŒr den 5. November 2026 angekĂŒndigt.
Bis dahin steht fĂŒr Anleger eine klare Unterscheidung im Vordergrund: Der politische Druck hat nachgelassen. Ob sich auch die operative Entwicklung weiter festigt, mĂŒssen die nĂ€chsten GeschĂ€ftszahlen zeigen.
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