BorgWarner Aktie: Prognose steigt, Umsatz schwächelt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 13:32 Uhr | Redaktion boerse-global.deBorgWarner hebt die Gewinnprognose für 2026 an, obwohl der Umsatz im dritten Quartal leicht unter den Erwartungen blieb. Der Zulieferer profitiert von Kostendisziplin, Aktienrückkäufen und einer niedrigeren Steuerquote. Parallel meldet das Unternehmen einen neuen Auftrag für Hochvolt-Wechselrichter.
Gewinn über den Erwartungen, Umsatz darunter
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,39 Dollar, Analysten hatten mit 1,26 Dollar gerechnet. Der Umsatz sank um 2,9 Prozent auf 3,49 Milliarden Dollar und verfehlte die Konsensschätzung knapp. Organisch ging er um 3,1 Prozent zurück. Gründe waren sinkende Produktionsvolumen im Markt und schwächere Geschäfte im Segment Battery Energy Systems.
Die bereinigte operative Marge stieg dennoch um 0,2 Prozentpunkte auf 10,9 Prozent. Die Aktie reagierte vorbörslich kaum und legte nur um rund 0,1 Prozent zu.
Prognose angehoben, Bilanz entschlackt
Für 2026 erwartet BorgWarner nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 5,20 bis 5,35 Dollar, zuvor waren es 5,05 bis 5,30 Dollar. Der Mittelwert liegt über der Analystenschätzung von 5,21 Dollar. Das Management begründet die Anhebung mit den Rückkäufen und der sinkenden Steuerquote, nicht mit einem besseren Marktumfeld.
Die Umsatzprognose engt der Konzern auf 14,0 bis 14,2 Milliarden Dollar ein. Das obere Ende fällt weg, weil die Branche weniger produzieren dürfte. Für den gewichteten Pkw-Markt rechnet das Unternehmen mit einem Minus von einem bis zwei Prozent.
Im Quartal flossen 195 Millionen Dollar als freier Cashflow. Rund 175 Millionen Dollar gingen in Aktienrückkäufe. Zudem senkte BorgWarner die Bruttoverschuldung per Anleiherückkauf um 864 Millionen Dollar.
Wechselrichter-Auftrag und neue Aufträge
Frisch gemeldet ist ein Auftrag für Hochvolt-Traktionswechselrichter der nächsten Generation. Ein großer globaler Autohersteller, den BorgWarner bereits beliefert, setzt damit auf das Unternehmen für künftige Batteriefahrzeuge. Den Kunden nennt der Konzern nicht.
Der Auftrag ist einer von neun Neugeschäften der Quartalsmeldung. Dazu zählen ein Motorsteuergerät für eine Verbrenner-Pickup-Plattform mit Produktionsstart 2029 und drei Turbolader-Aufträge ab 2027. Hinzu kommen vier Aufträge für Elektromotoren mit chinesischen Herstellern. Auffällig: Das PowerDrive-Segment wuchs organisch um 19,6 Prozent und verringerte seinen operativen Verlust auf fünf Millionen Dollar.
Schwächer läuft es bei den Batteriesystemen, deren Umsatz um mehr als 40 Prozent einbrach. Für das Gesamtjahr kalkuliert BorgWarner hier mit einem Minus von etwa 250 Millionen Dollar. Zudem plant der Konzern Investitionen von 10 bis 15 Millionen Dollar in Industrie-Anwendungen, etwa für Rechenzentren.
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