Aktie, Nahost-Eskalation

BP Aktie: Nahost-Eskalation treibt Sprit auf Rekordhoch

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Abgeschaltete Pipeline und ausbleibendes Oman-Treffen treiben Energiepreise. BP profitiert, während Analysten die Aktie überwiegend mit Halten bewerten.

Aquarellmalerei der Londoner Skyline mit St. Paul's Cathedral in zarten Pastell-Abenddüften
BP plc GB0007980591 mit Londoner Heimatstadt – St. Paul's Cathedral in weichen Pastellfarben gemalt Illustration mit AI erstellt.

Ein verpasstes Außenministertreffen im Oman, eine abgeschaltete saudische Pipeline nach Drohnenangriffen — die geopolitische Lage am Golf spitzt sich zu und schickt die Ölpreise auf Talfahrt nach oben. Für BP als einen der großen Öl- und Gaskonzerne ist das ein Rückenwind, der sich direkt im Aktienkurs niederschlägt.

Pipeline-Abschaltung schürt Angebotssorgen

Saudi-Arabien hat als Reaktion auf anhaltende Drohnenangriffe eine wichtige Öl-Pipeline stillgelegt. Das geplante Treffen der Golfstaaten im Oman, bei dem der Iran und der Oman eigentlich eine Einigung im Konflikt um die Straße von Hormus vorstellen wollten, fand nicht statt. Beides zusammen befeuerte Brent- und WTI-Öl zum Wochenauftakt deutlich.

Die Folgen zeigen sich längst nicht nur an den Terminmärkten. An deutschen Tankstellen kostete Superbenzin E10 am Sonntag im Tagesdurchschnitt 2,273 Euro je Liter — ein neues Rekordhoch. Diesel legte auf 2.404 Euro zu und nähert sich damit seinem bisherigen Höchststand aus dem April. Seit Ende August haben beide Kraftstoffsorten damit zweistellig an Cent zugelegt.

Auch beim Erdgas macht sich die Krise bemerkbar: Der TTF-Terminkontrakt erreichte den höchsten Stand seit Ende 2022, der europäische Gaspreis hat sich in diesem Jahr bereits nahezu verdreifacht. Grund sind Lieferausfälle aus den Fördergebieten am Persischen Golf sowie der Zeitdruck, die Gasspeicher vor dem Winter zu füllen.

Kurs profitiert von der Nahost-Prämie

Die BP-Aktie notierte am Montagmittag mit einem Plus von gut einem Prozent bei 6,68 Euro auf Tradegate. Steigende Energiepreise wirken sich für integrierte Ölkonzerne wie BP unmittelbar auf die Marge im Upstream-Geschäft aus — höhere Rohölpreise bedeuten in der Regel höhere Erlöse aus der Förderung.

Das Analystenbild bleibt derweil breit gestreut: Die Kursziele der zuletzt neun bewertenden Häuser reichen von 5,00 bis 700,00 britischen Pfund, wobei die Mehrheit die Aktie mit "Halten" einstuft. Die Dividendenrendite lag zuletzt bei 4,55 Prozent.

Ob sich die Nahost-Prämie in den kommenden Tagen hält, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Lage rund um die Straße von Hormus entwickelt. Sollte das verschobene Außenministertreffen im Oman nachgeholt werden und eine Entspannung bringen, dürfte der Preisdruck bei Öl und Gas nachlassen — bislang gibt es dafür aber keinen konkreten Termin.

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