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Broadcom Aktie: Analysten trotzen der Skepsis

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Broadcom übertrifft im dritten Geschäftsquartal die Prognosen und erhöht den KI-Ausblick, während Analysten trotz Kursrückgang optimistisch bleiben.

Fotorealistisches Rechenzentrum mit Netzwerk-Switches und Glasfaserverkabelung, generisch und markenfrei
Broadcom Inc. (US11135F1012): fotorealistische Aufnahme eines modernen Rechenzentrums mit generischen Netzwerk-Switch-Racks und bunten Glasfaserkabeln Illustration mit AI erstellt.

Starke Zahlen, zweifelhafte Kursreaktion: Broadcom hat im dritten Geschäftsquartal 2026 die Erwartungen übertroffen und für die kommenden Jahre eine Verdopplung des KI-Geschäfts angekündigt. Die Aktie reagierte darauf zunächst mit Kursverlusten. An der Wall Street überwiegt trotzdem der Optimismus.

Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 86 Prozent auf 29,59 Milliarden Dollar, der bereinigte Gewinn lag bei 3,32 Dollar pro Aktie und damit über den Schätzungen von 3,21 Dollar.

Der freie Cashflow erreichte mit 13,7 Milliarden Dollar einen Rekordwert. Für das vierte Geschäftsquartal stellt Broadcom 34,8 Milliarden Dollar Umsatz bei einer operativen Marge von 66 Prozent in Aussicht — beides deckt sich mit den Markterwartungen.

Die KI-Wette wird größer

Spannender als die aktuellen Zahlen ist der Ausblick. Broadcom hob seine Prognose für das KI-Halbleitergeschäft im Geschäftsjahr 2027 auf rund 115 Milliarden Dollar an, vorher waren es 100 Milliarden. Für 2028 erwartet der Konzern eine weitere Verdopplung auf 230 Milliarden Dollar.

Ein erheblicher Teil dieses Wachstums soll über die kundenspezifischen XPU-Chips laufen, angetrieben von Anthropic und OpenAI. Beide Unternehmen sollen im Geschäftsjahr 2028 zusammen 15 Gigawatt an Rechenkapazität abnehmen, Google folgt über TPUs als drittgrößter Kunde.

Genau diese Kundenkonzentration dürfte für Diskussionsstoff sorgen — Skeptiker verweisen auf Sorgen vor zirkulärer Finanzierung in der KI-Infrastruktur, wenn wenige große Abnehmer einen Großteil des künftigen Wachstums tragen.

Die Bruttomarge soll wegen des veränderten Produktmix im laufenden Quartal um rund 200 Basispunkte auf etwa 73 Prozent sinken. Über die vergangenen zwölf Monate lag sie bei 76 Prozent — ein Wert, der die Profitabilität des Geschäfts unterstreicht.

Kursziele weit über dem aktuellen Niveau

An der Wall Street bleibt das Bild trotz der verhaltenen Kursreaktion klar positiv. TD Cowen senkte sein Kursziel zwar leicht auf 475 Dollar, bestätigte aber die Kaufempfehlung und verwies auf ein positives Chance-Risiko-Verhältnis bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 12 auf Basis der Schätzungen für 2028. Bernstein SocGen zeigte sich noch optimistischer und hob sein Ziel von 550 auf 575 Dollar an.

Bei einem aktuellen Kursniveau von rund 367 Dollar implizieren beide Ziele erhebliches Aufwärtspotenzial. Die Aktie selbst notierte zuletzt sogar nachbörslich schwächer — ein Muster, das sich bei Broadcom nach starken Quartalszahlen zuletzt wiederholt zeigte.

Die Diskrepanz zwischen fundamentalen Wachstumszahlen und der Kursreaktion bleibt das zentrale Thema. Anleger richten den Blick nun auf die Frage, ob Broadcom die angekündigten Kapazitäten für 2027 und 2028 tatsächlich liefern kann — Management sprach von einer Nachfrage, die die kommunizierten Umsatzziele bereits jetzt übersteigt.

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