BT Aktie: Halbjahresgewinn steigt, Pensionsdeal vereinbart
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deBT hat heute einen höheren Halbjahresgewinn und Fortschritte bei der Pensionsfinanzierung gemeldet. Die Jahresprognose steht weiter, schließt die Belastungen aus der TalkTalk-Übernahme allerdings aus. Anleger honorieren die Nachrichten: Die Aktie gewinnt heute 4,9%. Das Ergebnisbild bleibt gemischt, denn der freie Mittelzufluss ist deutlich gesunken.
Kostensenkungen stützen das Ergebnis
Im Halbjahr bis zum 30. September 2026 erzielte BT einen Umsatz von 8,8 Milliarden Pfund. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erreichte 4,1 Milliarden Pfund. Beide Kennzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht.
Die Entwicklung zeigt eine Stabilisierung des Geschäfts, aber noch keinen kräftigen Wachstumsschub. Kostensenkungen tragen zur Ergebnisverbesserung bei. Gleichzeitig steht das Dienstleistungsgeschäft weiter unter Druck.
Der Vorsteuergewinn legte um 12% auf 1,1 Milliarden Pfund zu. Zugleich meldete BT im Halbjahr annualisierte Einsparungen von 312 Millionen Pfund.
Für die finanzielle Bewertung zählt allerdings nicht nur der ausgewiesene Gewinn. Entscheidend ist auch, wie viel Geld nach den laufenden Ausgaben und Investitionen tatsächlich zur Verfügung steht. Hier fiel die Entwicklung deutlich schwächer aus.
Der normalisierte freie Mittelzufluss sank um 59% auf 236 Millionen Pfund. Die Nettoschulden beliefen sich zum Halbjahresende auf 21,0 Milliarden Pfund.
Glasfaser wächst, TalkTalk belastet den Ausblick
Openreach verzeichnete im Halbjahr 1,1 Millionen zusätzliche FTTP-Anschlüsse. Im Oktober überschritt die Zahl der aktiven Glasfaseranschlüsse die Marke von zehn Millionen. Die Nutzungsquote erreichte 41%.
Der Glasfaserausbau gewinnt damit weiter Kunden. Gleichzeitig verliert Openreach im gesamten Breitbandgeschäft weiterhin Leitungen. Der Ausbaufortschritt darf deshalb nicht mit einem durchgängigen Wachstum der Anschlussbasis gleichgesetzt werden.
Im Halbjahr verlor Openreach 366.000 Breitbandleitungen. Für das Gesamtjahr erwartet BT rund 800.000 Verluste. Das Ausbauziel von 25 Millionen erschlossenen Standorten soll im März 2027 erreicht werden, später als zuvor geplant.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Übernahme von TalkTalk aus der Insolvenz. Die regulatorische Prüfung steht noch aus. Für Anleger ist besonders wichtig, dass BT die Auswirkungen dieser Transaktion ausdrücklich aus der bestätigten Jahresprognose ausklammert.
Laut City A.M. dürfte die Übernahme BT im laufenden Geschäftsjahr rund 400 Millionen Pfund kosten. TalkTalk bringt 2,5 Millionen Kunden mit. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet BT ohne diesen Effekt einen normalisierten freien Mittelzufluss von rund 2,0 Milliarden Pfund.
Damit ist die Prognose keine unveränderte Zusage für den Mittelzufluss einschließlich der übernommenen Aktivitäten. Die finanziellen Folgen der Transaktion müssen Anleger gesondert berücksichtigen.
Pensionsvereinbarung schafft mehr Spielraum
Eine zweite wichtige Nachricht betrifft das BT Pension Scheme. Das Defizit sank gegenüber der vorherigen Bewertung von 3,7 Milliarden auf 2,7 Milliarden Pfund. Der Deckungsgrad verbesserte sich auf 92,3%.
BT und das Pensionssystem vereinbarten heute die neue Bewertung sowie weitere Finanzierungsschritte. Vorgesehen sind unter anderem Nullkuponanleihen. Die Vereinbarung regelt zudem, welche Ausschüttungen an Aktionäre ohne zusätzliche Pensionszahlungen möglich sein sollen.
Nach Berücksichtigung vereinbarter Zahlungen und zusätzlicher Finanzierung soll das verbleibende Defizit auf rund 0,3 Milliarden Pfund sinken. BT erwartet, diese Lücke bis 2030 durch Anlageerträge zu schließen.
Die verbesserte Pensionsfinanzierung entlastet damit einen wichtigen Unsicherheitsfaktor. Eine bereits vollständig geschlossene Finanzierungslücke bedeutet sie nicht. Für die Aktie stehen den Fortschritten bei Gewinn, Glasfaser und Pensionen weiterhin der schwache Mittelzufluss und die zusätzlichen TalkTalk-Kosten gegenüber.
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