BYD, Aktie

BYD Aktie: Burry kauft, Chart wackelt

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 18:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Burrys gemeldeter Zukauf trifft auf rückläufige Halbjahresergebnisse, während BYD seine Marge steigert und die Expansion vorantreibt.
BYD Company Ltd (CNE100000296) – kubische Glas-Stahl-Fabrikfassade mit großen Hallentoren in klarer Architekturphotographie Illustration mit AI erstellt.

Michael Burry hat Berichten zufolge BYD-Aktien hinzugekauft, und das ausgerechnet, während der Kurs wieder an einer entscheidenden Chartmarke klebt. Die Aktie notiert nahe 8 Euro. Genau von dort startete im Sommer eine Rally auf 10,50 Euro.

Burrys Kostenthese

Der Investor, bekannt durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor 2008, sieht in BYD einen möglichen Kostenführer der Branche. Seine Argumente: vertikale Integration im großen Maßstab und die hauseigene Blade-Batterie auf Lithium-Eisenphosphat-Basis, die Kosten- und Sicherheitsvorteile biete. Die geringere Energiedichte räumt er ein. Auch die internationale Expansion könne operativen Hebel liefern.

Wie groß die Position ist, legte Burry nicht offen. Als Stimmungsindikator taugt der Kauf deshalb nur begrenzt. Früher hatte er erklärt, bei 75 Hongkong-Dollar oder darunter aggressiv kaufen zu wollen, sofern die These dann noch trägt.

Die Halbjahreszahlen stützen die These nur teilweise. Die Bruttomarge stieg von 18,0 auf 18,9 Prozent. Umsatz und Gewinn gingen jedoch zurück, der Gewinn um 20,5 Prozent auf 12,3 Milliarden Renminbi. Die Kostenstärke zeigt sich also in der Marge, noch nicht im Ergebnis.

Export und neue Modelle

Das Auslandsgeschäft läuft. Im September gingen 180.700 Fahrzeuge in den Export, in Großbritannien gab es mit 20.140 Neuzulassungen den stärksten Monat überhaupt. Bei elektrifizierten Autos zählt BYD in Europa inzwischen zu den Top 5.

Die Einigung zwischen Brüssel und Peking begrüßt der Konzern. Sie deckelt Hybridimporte auf 350.000 Fahrzeuge pro Jahr, schafft aber Planungssicherheit. Bis 2030 will BYD in Europa rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigen, zwei weitere Werke sind geplant.

Technisch legt der Hersteller nach: Der neue Da Han EV nutzt die zweite Blade-Batterie mit bis zu 1.008 Kilometern Reichweite nach CLTC-Zyklus. Parallel baut die Speichersparte ihr Servicenetz aus, derzeit neun Wartungszentren weltweit, neue Standorte in Südafrika und Bulgarien sind für 2027 geplant.

Charttechnik vor den Zahlen

Die Aktie schloss am Freitag bei 8,34 Euro, seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 22 Prozent. Hält die Zone um 8 Euro, könnte ein Doppelboden mit W-Formation entstehen.

Ein Sprung über 10 Euro würde ihn bestätigen und rechnerisch Platz in Richtung 12 bis 13 Euro schaffen. Rutscht der Kurs nachhaltig unter 8 Euro, wäre das Muster hinfällig.

Gegenwind bleibt: Der Neunmonatsabsatz sank um 3,94 Prozent, und die Exporterstattung fällt ab April 2027 von 13 auf 9 Prozent. Acht von zehn Analysten empfehlen den Kauf, das Konsensziel liegt bei rund 14 Euro.

Am 29. Oktober legt BYD die Quartalszahlen vor. Erwartet werden 1,30 Yuan je Aktie nach 0,94 im Vorjahr bei einem Umsatz von 234,8 Milliarden Yuan.

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