BYD: Zehn Autotransportschiffe bis 2029
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 05:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chinesische Automobilhersteller BYD setzt massiv auf die internationale Expansion, um die aktuelle Schwäche auf seinem Heimatmarkt auszugleichen. Das Unternehmen hat sein Ziel für den Auslandsabsatz im laufenden Jahr deutlich angehoben und plant zudem eine technologische Offensive mit neuen Batterietypen sowie den massiven Ausbau einer eigenen Schiffsflotte.
Massive Erweiterung der Transportflotte
BYD reagiert auf das starke Wachstum im internationalen Geschäft und hat die Prognose für den Auslandsabsatz für das Jahr 2026 auf 1,9 bis 2,0 Millionen Einheiten nach oben geschraubt. Zu Jahresbeginn lag das Ziel noch bei etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Fahrzeugen. Für das kommende Jahr 2027 peilt der Konzern laut Medienberichten bereits den Export von mehr als 2,5 Millionen Fahrzeugen an.
Um diese Volumina logistisch bewältigen zu können, baut das Unternehmen seine Kapazitäten auf See erheblich aus. Berichten zufolge hat BYD zehn neue Autotransportschiffe (PCTC) bestellt, die zwischen 2027 und 2029 ausgeliefert werden sollen. Damit würde die eigene Flotte von derzeit acht auf 18 Schiffe anwachsen, was einer Kapazität von über 130.000 Einheiten entspricht.
Die jüngsten Exportzahlen untermauern diese Strategie: Allein im August exportierte BYD laut Daten des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA 183.746 Einheiten, was einem Plus von 130,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Europa im Fokus: Produktion und neue Batterietechnik
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die stärkere Lokalisierung in Europa. BYD-Vizechefin Stella Li betonte das Ziel, BYD langfristig zu einem „europäischen Unternehmen“ zu machen. Dazu trägt maßgeblich der Bau eines Pkw-Werks im ungarischen Szeged bei, dessen Serienproduktion für das Jahr 2027 geplant ist. Damit will der Konzern unter anderem EU-Importzölle umgehen. Ergänzend dazu plant BYD, ab 2027 auch schwere Elektro-Lastkraftwagen auf dem europäischen Markt einzuführen.
Technologisch strebt BYD die Marktführerschaft durch die Einführung von Feststoffbatterien an. Wie Stella Li in einem Interview in Aussicht stellte, könnte bereits 2027 ein erstes Fahrzeug mit dieser Technologie als Technologiedemonstrator einsatzbereit sein.
Die Massenproduktion der Sulfid-Feststoffzellen durch die Tochtergesellschaft FinDreams ist für etwa 2030 geplant. Ziel ist eine Energiedichte von rund 400 Wh/kg, wobei die Technik zunächst in den Premiummarken Denza und Yangwang zum Einsatz kommen soll. Parallel dazu wurde die „Blade Battery 2.0“ weiterentwickelt, die Ladezeiten von unter zehn Minuten ermöglichen soll.
Herausforderungen im Heimatmarkt China
Trotz der Erfolge im Ausland zeigt das Kerngeschäft in China deutliche Bremsspuren. Während der globale Marktanteil chinesischer Hersteller im Bereich der Elektro- und Hybridfahrzeuge (NEV) im ersten Halbjahr 2026 auf über 62 Prozent stieg, sank der Inlandsabsatz von BYD im August um 35 Prozent auf 184.000 Fahrzeuge. Analysten der Deutschen Bank und der Citi verwiesen darauf, dass der Marktanteil von BYD in China in den ersten sieben Monaten des Jahres auf 21,4 Prozent zurückgegangen ist.
An der Börse spiegeln sich diese gegensätzlichen Entwicklungen in einer verhaltenen Kursentwicklung wider. Die BYD-Aktie schloss gestern im US-Handel bei 10,23 USD und notiert damit rund 15 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 16 Prozent.
Dennoch konnte BYD im zweiten Quartal 2026 sein Nettoergebnis um 29,6 Prozent steigern und damit eine Phase sinkender Gewinne beenden. Besonders lukrativ erweist sich dabei das Exportgeschäft: Im ersten Halbjahr 2026 lag der Gewinn pro Auslandsfahrzeug bei umgerechnet rund 2.980 USD.
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