CATL Aktie: Startet Online-Verkauf von Batteriezellen
Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 14:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltgrößte Batteriehersteller CATL erschließt neue Vertriebswege jenseits der klassischen Automobilkonzerne. Am Dienstag startete das chinesische Unternehmen den direkten Online-Verkauf von Lithium-Eisenphosphat-Zellen über die Plattform CATL Mall. Industriekunden können dort 587-Ah-Zellen zu einem Preis von 435 RMB pro Kilowattstunde erwerben, wobei die Mindestbestellmenge bei 324 Einheiten liegt.
Mit diesem Schritt reagiert der Konzern auf Verschiebungen im Markt für Energiespeicher und Traktionsbatterien. Durch den Online-Vertrieb standardisierter Zellen spricht CATL kleinere Hersteller und industrielle Abnehmer an, die bislang auf Zwischenhändler angewiesen waren.
Technische Premieren und globale Expansion
Flankierend zur neuen Vertriebsschiene präsentierte CATL am Montag auf der IAA Transportation in Hannover die Nutzfahrzeug-Batterieplattform TECTRANS II. Das System soll schweren Nutzfahrzeugen eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern ermöglichen. Dank der Unterstützung von Megawatt-Laden lässt sich der Akkumulator innerhalb von 25 Minuten auf 80 Prozent aufladen.
Auch geografisch weitet das Unternehmen seinen Aktionsradius aus. Am 13. September unterzeichnete CATL eine Kooperationsvereinbarung mit dem ägyptischen Unternehmen BME Battery Manufacturing. Ziel der Partnerschaft ist der Aufbau einer Batteriefabrik in Ägypten. Für die erste Ausbaustufe ist eine Jahreskapazität von einer Gigawattstunde vorgesehen, wofür ein anfängliches Investitionsvolumen von über zwei Milliarden EGP veranschlagt wird.
Gleichzeitig bleibt das Marktumfeld von erheblichem Gegenwind geprägt. Vor gut drei Wochen belastete die Einführung einer Verbrauchssteuer auf Lithium-Ionen-Batterien die Branche, vor rund zwei Wochen folgte der Widerruf der Umweltgenehmigung für die Jianxiawo-Mine.
Politischer Druck am US-Markt belastet die Notierung
Zusätzliche Belastung entsteht durch die verschärfte Gangart der US-Politik gegenüber chinesischen Technologiepartnerschaften. Wie Reuters berichtete, äußerte US-Verkehrsminister Sean Duffy am 9. September tiefe Besorgnis über die Kooperation von Ford Motor mit CATL.
Die Kritik zielt konkret auf den Einsatz von CATL-Lizenztechnologie im Batteriewerk des US-Autobauers in Marshall im Bundesstaat Michigan. Zudem forderten US-Abgeordnete das Management von Ford auf, die Geschäftsbeziehungen zu CATL und weiteren chinesischen Partnern zu beenden.
An der Börse hinterlassen die regulatorischen Spannungen deutliche Spuren. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 301,95 CNY, womit die Aktie auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von 22 Prozent aufweist. Damit notiert das Papier nur noch einen Abstand von 1,0 Prozent über seinem am 16. September markierten 52-Wochen-Tief von 299,00 CNY.
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