Celanese Aktie: NĂ€chster Verkauf, weniger Schulden
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 23:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Celanese trennt sich von einem weiteren Anteil seiner SĂŒĂstoff- und Konservierungsmittel-Sparte Nutrinova. Der Chemiekonzern verkauft 19 Prozent der Beteiligung an den japanischen Handelspartner Mitsui & Co. fĂŒr rund 152 Millionen Dollar in bar. Nach dem Deal hĂ€lt Celanese nur noch 11 Prozent an dem Joint Venture.
Der Verkauf ist Teil einer gröĂeren Strategie. Celanese will bis Ende 2027 insgesamt eine Milliarde Dollar aus VerkĂ€ufen von Unternehmensteilen erzielen, um Schulden abzubauen. Vorstandschef Scott Richardson kĂŒndigte an, die Erlöse direkt zur Reduzierung der Nettoverschuldung und zur Tilgung anstehender FĂ€lligkeiten einzusetzen.
Kleine Beteiligung, groĂe Wirkung fĂŒrs Schuldenmanagement
Finanziell fĂ€llt der abgegebene Anteil kaum ins Gewicht: Die verkaufte 19-Prozent-Beteiligung brachte 2025 lediglich rund vier Millionen Dollar an Equity-ErtrĂ€gen ein. Der eigentliche Wert der Transaktion liegt woanders â im Cash-Zufluss fĂŒr die angespannte Bilanz.
Bemerkenswert ist die Konstruktion rund um eine Produktionsanlage fĂŒr Diketen im Industriepark Höchst bei Frankfurt. Celanese betreibt die Anlage ĂŒbergangsweise weiter, bevor sie an Nutrinova ĂŒbergeht. Finanziert wird das komplett von Nutrinova â Celanese steuert nur technisches Know-how bei, ohne eigenes Kapital einzusetzen.
Nutrinova selbst bleibt der einzige westliche Hersteller des SĂŒĂstoffs Sunett (Acesulfam-Kalium) und ein fĂŒhrender Anbieter von SorbinsĂ€ure und Kaliumsorbat als Konservierungsmittel. Die Partnerschaft mit Mitsui besteht bereits lĂ€nger; der aktuelle Deal vertieft sie weiter.
Der Abschluss der Transaktion ist fĂŒr das vierte Quartal 2026 vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt ĂŒblicher rechtlicher und regulatorischer Freigaben. Celanese beschĂ€ftigt weltweit mehr als 11.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 9,5 Milliarden Dollar.
Der Nutrinova-Verkauf ist der jĂŒngste Baustein im Entschuldungsprogramm des Konzerns. Ob weitere Devestitionen folgen, um die Milliarden-Marke bis 2027 zu erreichen, dĂŒrfte sich in den kommenden Quartalsmeldungen zeigen.
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