Celcuity Aktie: Doppelter ESMO-Auftritt
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 10:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deZwei Tage, zwei DatensÀtze: Celcuity hat auf dem ESMO-Kongress in Berlin neue Ergebnisse zu Brustkrebs und Prostatakrebs vorgelegt. Besonders die Brustkrebsdaten vom Samstag zielen auf den direkten Vergleich mit einem etablierten KonkurrenzprÀparat.
Brustkrebs: Vorteil gegenĂŒber Alpelisib
Im Fokus stand die PIK3CA-mutierte Kohorte der Phase-3-Studie VIKTORIA-1. Bei Patientinnen ohne Lebermetastasen erreichte die Dreierkombination mit Gedatolisib ein medianes progressionsfreies Ăberleben von 21,5 Monaten. Die Zweierkombination kam auf 11,5 Monate, die Vergleichstherapie aus Alpelisib und Fulvestrant auf 9,1 Monate.
Das Unternehmen betont die Relevanz dieser Gruppe: Patientinnen ohne Lebermetastasen machen nach seinen Angaben rund 60 bis 70 Prozent der in diesem Setting behandelten FĂ€lle aus.
Auch bei Ansprechrate und Ansprechdauer lag Gedatolisib vorn. Die Dreierkombination erzielte eine Ansprechrate von 59 Prozent bei einer medianen Dauer von 19,4 Monaten. Alpelisib kam auf 33 Prozent und 7,5 Monate.
Bei der VertrÀglichkeit fÀllt der Abstand deutlich aus. Nur 5 Prozent (Dreierkombination) und 4 Prozent (Zweierkombination) der Patientinnen brachen Gedatolisib wegen Nebenwirkungen ab, bei Alpelisib waren es 19 Prozent. Stomatitis vom Grad 3 klang laut Studiendaten binnen ein bis zwei Wochen ab.
ErgĂ€nzend prĂ€sentierte Celcuity eine Netzwerk-Metaanalyse fĂŒr die PIK3CA-Wildtyp-Population. Demnach lag die Wahrscheinlichkeit, ohne Fortschreiten der Erkrankung zu ĂŒberleben, unter Gedatolisib-Dreierkombination bei dem Zweifachen und unter der Zweierkombination beim 1,5-Fachen der Kombination aus Imlunestrant und Abemaciclib.
Prostatakrebs: Phase 2 fĂŒr 2027 geplant
Am Freitag hatte Celcuity Daten der Phase-1b-Studie zu Gedatolisib plus Darolutamide bei metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs vorgestellt. Bei 22 Patienten mit frĂŒherer Abirateron-Behandlung lag das mediane radiografische progressionsfreie Ăberleben bei 15,7 Monaten. Nach Enzalutamid waren es 9,1 Monate.
Der PSA-Wert sank bei einem wachsenden Anteil der Patienten um mindestens die HĂ€lfte, abhĂ€ngig von der Dosis. Die Ansprechraten stiegen von 36 Prozent bei der niedrigsten ĂŒber 47 Prozent bis auf 67 Prozent bei der höchsten Dosierung. Dabei muss man die kleine Fallzahl im höchsten Dosisarm berĂŒcksichtigen: Er umfasste nur sieben Patienten.
Sicherheitssignale blieben ĂŒberschaubar. Es trat eine dosislimitierende ToxizitĂ€t auf, ein Hautausschlag vom Grad 3. BehandlungsabbrĂŒche oder TodesfĂ€lle wegen Nebenwirkungen gab es nicht.
Die randomisierte Phase-2-Studie soll in der ersten JahreshĂ€lfte 2027 starten. Sie soll die empfohlene Dosis fĂŒr eine spĂ€tere Phase-3-Studie bestimmen und zwei Gruppen untersuchen, getrennt nach vorheriger Abirateron- beziehungsweise Enzalutamid- oder Apalutamid-Therapie.
Mit REVTORPYK hat Celcuity bereits ein von der FDA zugelassenes PrĂ€parat fĂŒr Patientinnen ohne PIK3CA-Mutation. Die neuen Daten zur mutierten Kohorte könnten die Basis fĂŒr eine Erweiterung des Einsatzgebiets liefern. Konkrete Zulassungsschritte nennt das Unternehmen dazu bislang nicht.
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