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Cellectis Aktie: US-Kanzleien prüfen Aktionärsansprüche

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Aus zweier CAR-T-Programme untersuchen US-Kanzleien mögliche Ansprüche von Cellectis-Aktionären. Die Aktie verlor am Ankündigungstag 40,97 Prozent.

Cellectis: US-Kanzleien prüfen mögliche Aktionärsansprüche nach Kurssturz
Abstrakte Darstellung einer juristischen Prüfung im Finanzsektor mit Fokus auf atmosphärische Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Mehrere US-Kanzleien haben Untersuchungen gegen das französische Biotechnologieunternehmen Cellectis eingeleitet. Pomerantz LLP und Bronstein, Gewirtz & Grossman prüfen mögliche Ansprüche von Aktionären wegen des Verdachts auf Wertpapierbetrug. Auslöser für die juristische Überprüfung ist der radikale Strategiewechsel, den das Management Mitte des Monats bekanntgegeben hatte.

Am 14. September verkündete Cellectis die sofortige Einstellung seiner beiden fortgeschrittenen CAR-T-Zelltherapien Lasme-cel und Eti-cel. Stattdessen will sich das Unternehmen künftig auf In-vivo-Gentherapien wie HEAL-101 und HEAL-201 konzentrieren.

Im dazugehörigen Analystengespräch lieferte Chief Medical Officer Adrian Kilcoyne eine ernüchternde Begründung. Cellectis sei angesichts der langen Zeitpläne und der begrenzten Barmittel nicht mehr in der Lage, die beiden CAR-T-Programme weiter zu finanzieren.

Juristisches Nachspiel nach Kurssturz

An den Finanzmärkten löste das überraschende Aus für die Kernkandidaten heftige Verwerfungen aus. Das an der Nasdaq gehandelte Papier brach am Tag der Ankündigung um 40,97 Prozent ein. Die US-Kanzleien untersuchen nun, ob die Unternehmensführung die finanzielle Lage und die Fortführungsfähigkeit der klinischen Programme zuvor ordnungsgemäß dargestellt hat.

Für das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris sowie Standorten in New York und Raleigh kommt der juristische Gegenwind zur Unzeit. Das Biotechnologieunternehmen setzt bei seinen Entwicklungen auf die hauseigene TALEN-Geneditierung. Wissenschaftliche Fortschritte, etwa bei neuen Insertionsmethoden mittels zirkulärer DNA in Stammzellen, rücken angesichts der akuten Finanzierungsengpässe in den Hintergrund.

Finanzieller Spielraum bleibt eng

Die Halbjahreszahlen für die ersten sechs Monate 2026 spiegeln den anhaltenden Mittelabfluss wider. Cellectis erzielte in diesem Zeitraum einen Umsatz von 14,5 Millionen US-Dollar. Dem stand im ersten Halbjahr ein Nettoverlust von 39,6 Millionen US-Dollar gegenüber.

Die Anleger reagieren weiterhin mit deutlicher Zurückhaltung auf die veränderte Ausgangslage. Im heutigen Handel verliert das Papier 8,6 Prozent und steht bei 1,27 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Einbußen damit bereits auf 70 Prozent. Ob die Neuausrichtung auf In-vivo-Therapien ohne frisches Kapital gelingen kann, stellt der Markt vorerst klar infrage.

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