Chevron Aktie: 70,06 Milliarden Dollar Umsatz
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 10:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Chevron hat für das zweite Quartal 2026 Geschäftszahlen vorgelegt, die deutlich über den Prognosen der Analysten liegen. Der US-Energiekonzern profitierte dabei von einer massiven Produktionssteigerung im Heimatmarkt sowie Synergieeffekten aus der Integration des übernommenen Konkurrenten Hess. Trotz logistischer Herausforderungen in Zentralasien blicken Analysten optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr.
Rekordverdächtige Quartalszahlen und starke US-Förderung
Im zum Juni 2026 abgeschlossenen zweiten Quartal steigerte Chevron seinen Umsatz um 56,3 Prozent auf 70,06 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen den Marktkonsens von 57,53 Milliarden US-Dollar erheblich.
Auch beim Ergebnis je Aktie (EPS) verzeichnete der Konzern einen massiven Sprung: Mit 6,06 US-Dollar lag der Wert weit über dem Vorjahresniveau von 1,77 US-Dollar und überbot zudem die durchschnittliche Analystenschätzung von 5,80 US-Dollar.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war das US-Upstream-Geschäft. In den USA erreichte die Produktion ein Volumen von 2.077.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (Mboe/d), was über der Schätzung von 2.046,62 Mboe/d lag.
Die weltweite Gesamtproduktion belief sich auf 4.070.000 Mboe/d. Besonders profitabel erwies sich das internationale Upstream-Segment, das seinen Umsatz um 69,5 Prozent auf 11,87 Milliarden US-Dollar steigerte. Zudem trugen Erträge aus Beteiligungen mit 2,13 Milliarden US-Dollar zum Ergebnis bei, was fast einer Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Geopolitische Spannungen und operative Hürden
Während das Geschäft in Nordamerika floriert, sieht sich Chevron in anderen Weltregionen mit Risiken konfrontiert. In Kasachstan führten Unterbrechungen der CPC-Pipeline zu einem deutlichen Rückgang der Fördermengen.
Nach Tankerangriffen Ende Juli und einer vorübergehenden Schließung der Exportroute am 5. August sank die Produktion im Tengiz-Feld massiv. Am 31. Juli wurden dort nur noch 454.000 Barrel pro Tag gefördert, nachdem es im Juni noch 961.000 Barrel gewesen waren.
Das Marktumfeld stützt den Konzern hingegen durch hohe Rohstoffpreise. Die Sorge um eine Blockade der Straße von Hormus und ein sinkender Bestand der strategischen Ölreserven in den USA trieben den Preis für die Sorte Brent heute auf über 90 US-Dollar. Medienberichten zufolge könnten im Falle einer weiteren Eskalation im Nahen Osten Notierungen zwischen 120 und 140 US-Dollar erreicht werden.
Analysten heben Gewinnprognosen an
Aufgrund der starken operativen Entwicklung haben Experten ihre Erwartungen nach oben geschraubt. Die Analysten der Erste Group Bank erhöhten ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2026 auf 15,32 US-Dollar, nachdem sie zuvor von 14,58 US-Dollar ausgegangen waren. Das durchschnittliche Kursziel für den Titel wird derzeit mit 207,48 US-Dollar angegeben, bei einer Einstufung als "Moderate Buy".
Im Umfeld des Rekordhochs kam es zuletzt zu größeren Aktienverkäufen durch die Konzernführung. CEO Mike Wirth veräußerte am 5. August 5.547 Anteile zu einem Preis von 187,00 US-Dollar. Bereits am 3. August trennte sich Director John B. Hess von einem Paket von 710.665 Aktien zu einem Kurs von 194,10 US-Dollar.
Die Aktie notiert heute bei 169,02 Euro und weist seit Jahresbeginn ein Plus von 31,12 Prozent auf. Der Titel liegt damit aktuell 11,18 Prozent über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
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