Chevron, Aktie

Chevron Aktie: Buffetts Erbe hält fest

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 14:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz charttechnischer Abkühlung und fallender Ölpreise hält Berkshire Hathaway seine Chevron-Position. Der Ölkonzern investiert parallel in die Stromversorgung von KI-Rechenzentren.

Chevron Aktie: Berkshire Hathaway hält trotz Ölpreis-Schwäche an Beteiligung fest
Abstrakte Darstellung einer modernen Industrieanlage bei Sonnenuntergang als Symbol für den Energiesektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während der Ölpreis Chevron charttechnisch in die Defensive drängt, bleibt der größte externe Aktionär demonstrativ gelassen. Berkshire Hathaway rührt seine Position nicht an – trotz eines Portfoliobebens bei Apple und Alphabet. Ein Widerspruch, der einiges über die Rolle von Chevron im Depot der Investmentholding verrät.

Charttechnik zeigt Ermüdung

Mitte Juli hatte Chevron mit dem Sprung über 183,50 US-Dollar einen kurzfristigen Abwärtstrend hinter sich gelassen und in der Spitze das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement bei 194,55 US-Dollar erreicht. Dort ist der Aktie seither die Puste ausgegangen – ein Doppelhoch bildete sich aus, ein klassisches Warnsignal für nachlassenden Kaufdruck. Rutscht der Kurs nachhaltig unter 186,78 US-Dollar und anschließend unter den 50-Tage-Durchschnitt bei 184,97 US-Dollar, dürfte ein Pullback bis zum 200-Tage-Durchschnitt bei 175,55 US-Dollar folgen. Auf der Oberseite müsste die Aktie zunächst das Doppelhoch bei 197,69 US-Dollar knacken, um wieder Fahrt aufzunehmen. Solange die Rohölpreise unter Druck bleiben, bleibt auch das Umfeld für Chevron herausfordernd.

Berkshire lässt die Finger von Energie

Ganz anders liest sich das Bild aus Omaha. Greg Abel, seit kurzem Vorstandschef von Berkshire Hathaway, hat das Aktienportfolio in kürzester Zeit umgekrempelt – die Apple-Position wurde gekappt, eine neue große Beteiligung an Alphabet aufgebaut, mehr als ein Dutzend kleinere Positionen abgestoßen. Chevron blieb davon verschont und zählt mit rund 7 Prozent des Portfolios weiterhin zu den fünf größten Positionen. Auch bei Occidental Petroleum wurde kein einziger Anteilsschein verkauft, stattdessen vertiefte Berkshire die Bindung mit der Übernahme der Chemiesparte OxyChem im Volumen von knapp 10 Milliarden Dollar.

Ein Treiber hinter dieser Zurückhaltung könnte der steigende Strombedarf durch künstliche Intelligenz sein – Berkshire Hathaway Energy deckt nach Abels eigenen Angaben bereits mit der Hälfte ihrer Geschäftsbereiche den Energiebedarf von KI-Anwendungen.

Chevron baut Energie für Rechenzentren aus

Dass Chevron selbst in dieses Thema investiert, zeigt eine aktuelle Vereinbarung mit Texas Pacific Land: Für das Projekt "Kilby" in Reeves County, Texas, stellt der Landbesitzer Flächen und Brackwasser für eine große Stromerzeugungsanlage bereit, die Chevron für ein Rechenzentrum eines Kunden entwickelt. Die Kooperation reiht sich in eine Reihe von Vorhaben ein, mit denen Ölkonzerne ihre Infrastruktur zunehmend auch für die Stromversorgung von Rechenzentren öffnen.

Kurzfristig dürfte der Ölpreis das Kursbild bestimmen. Ob die Aktie die Marke von 186,78 US-Dollar hält oder in Richtung 175,55 US-Dollar zurückfällt, entscheidet sich in den kommenden Handelstagen.

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