Cipher Mining Aktie: Neun Milliarden aus einem Mietvertrag
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein einziger Vertrag verdoppelt fast den langfristigen Umsatz eines Rechenzentrums. Cipher Mining hat die Laufzeit seines Standorts Barber Lake in Colorado City, Texas, von zehn auf zwanzig Jahre verlängert — und dabei das kontrahierte Umsatzvolumen von 3,8 Milliarden auf über 9 Milliarden Dollar gehoben. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Plus von 3,3 Prozent.
Fluidstack-Deal plus neuer Ankermieter
Kern der Vereinbarung ist eine Änderung des bestehenden Leasingvertrags mit Fluidstack, ergänzt um eine verbindliche Zusage eines nicht namentlich genannten, führenden KI-Labors. Dieses übernimmt die Fläche für weitere zehn Jahre im Anschluss an die Fluidstack-Laufzeit — zu wirtschaftlich vergleichbaren Konditionen. Allein diese Anschlussvereinbarung soll rund 5,2 Milliarden Dollar an zusätzlichem Umsatz bringen.
CEO Tyler Page bezeichnete den Schritt als Beleg für den "dauerhaften Wert" der aufgebauten Infrastruktur. Die einzelnen Rechenzentrumshallen werden gestaffelt vom vierten Quartal 2026 bis zum ersten Quartal 2027 übergeben, Mieteinnahmen fließen jeweils ab Übergabe der jeweiligen Halle — die ersten Zahlungen sollen demnach noch in diesem Jahr einsetzen.
Im Rahmen der Erweiterung wurde auch ein Kostenteilungsmodell vereinbart: Cipher trägt die ersten 359,3 Millionen Dollar an Mehrkosten oberhalb des ursprünglichen Budgets selbst, danach übernehmen Fluidstack und das KI-Labor die Hälfte der weiteren Mehrkosten über die gesamte zwanzigjährige Laufzeit.
Rückenwind von der Analystenseite
Die Nachricht trifft auf ein bereits positives Umfeld. UBS hatte in dieser Woche die Coverage für Cipher und vier vergleichbare Unternehmen aufgenommen, die den Wandel vom Bitcoin-Mining zum KI-Rechenzentrumsbetrieb vollziehen — mit Kaufempfehlung und einer projizierten durchschnittlichen EBITDA-Wachstumsrate von rund 80 Prozent pro Jahr zwischen 2027 und 2029 für die gesamte Gruppe. Ein insgesamt risikofreudiges Marktumfeld an den US-Börsen lieferte zusätzlichen Rückenwind für die Aktie.
Der verlängerte Vertrag unterstreicht, wie weit Cipher seinen Umbau vom Krypto-Miner zum Betreiber industrieller KI-Infrastruktur inzwischen vorangetrieben hat. Mit dem gestaffelten Übergabeplan bis Anfang 2027 rückt nun der Moment näher, an dem sich die milliardenschweren Vertragszusagen erstmals in tatsächlichen Mieteinnahmen niederschlagen.
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