Clearwater Paper Aktie: Augusta belastet Ausblick
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 00:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deBessere Preise, aber ein Werk, das nicht richtig läuft: Clearwater Paper hat im dritten Quartal 2026 ein gemischtes Bild geliefert. Der bereinigte Verlust von 0,23 Dollar je Aktie fiel deutlich größer aus als die erwarteten 0,15 Dollar. Nachbörslich gab die Aktie um gut sieben Prozent auf rund 17,83 Dollar nach.
Preise steigen, Volumen bleibt zurück
Der Umsatz sank auf 385 Millionen Dollar, vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Hauptgrund ist das niedrigere Preisniveau. Der durchschnittliche Verkaufspreis legte gegenüber dem zweiten Quartal allerdings um 34 Dollar je Tonne zu. Das bereinigte EBITDA lag mit 24 Millionen Dollar innerhalb der eigenen Prognosespanne von 20 bis 30 Millionen Dollar.
Der Nettoverlust betrug 2 Millionen Dollar. Darin stecken 17,5 Millionen Dollar aus Versicherungszahlungen, die mit dem Kauf des Augusta-Werks zusammenhängen. Die Police ist mit insgesamt 73 Millionen Dollar abgerufen, weitere Erstattungen daraus gibt es nicht.
Die erste Preiserhöhung um 60 Dollar je Tonne ist laut Unternehmen vollständig umgesetzt. Sie soll jährlich mehr als 70 Millionen Dollar bringen, davon fließen 2026 aber nur etwa 15 bis 20 Millionen. Die zweite Erhöhung läuft gerade durch die Verträge.
Augusta bleibt das Problem
Ende September und im Oktober fielen im Werk Augusta mehrere elektrische und mechanische Anlagen aus. Geplante Wartungsarbeiten ließen sich nicht mehr im Oktober durchführen. Sie rücken in den Januar 2027, hinzu kommt wohl ein weiterer Stillstand im zweiten oder dritten Quartal 2027. Die Gesamtwartungskosten sollen 2027 auf rund 50 Millionen Dollar steigen, überwiegend wegen Augusta.
Das Management räumt ein, dass das Werk seit mehreren Quartalen 10 bis 15 Prozent unter der benötigten Produktionsleistung liegt. Zusätzlichen Regress will das Unternehmen prüfen, nannte aber keine Details.
Für das vierte Quartal erwartet Clearwater ein bereinigtes EBITDA von 10 bis 20 Millionen Dollar. Saisonal sinkende Mengen, eine Wartung in Cypress Bend und höhere Energie- und Transportkosten drücken das Ergebnis. Die Umsatzprognose für 2026 liegt bei rund 1,5 Milliarden Dollar, der freie Cashflow soll positiv ausfallen.
Neue Produkte, Wechsel im Finanzressort
Parallel erweitert der Konzern sein Angebot. Das Recyclingkarton Circa startete im Juli, eine neue Sorte ungebleichten Kartons (CUK) soll bis Jahresende folgen. Clearwater peilt 20 bis 30 Prozent eines adressierbaren Marktes von 300.000 bis 400.000 Tonnen an.
Finanzchefin Sherri Baker verlässt das Unternehmen in wenigen Wochen. Die Refinanzierung, die Laufzeiten bis 2031 sichert, schloss sie noch ab. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich, dass die Branche sich erholt: Die Auslastung soll bis Jahresende über 90 Prozent steigen. Die Zielmarge von 13 bis 14 Prozent bleibt jedoch weit entfernt, im dritten Quartal lag sie bei 6,3 Prozent.
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