Coca-Cola, Aktie

Coca-Cola Aktie: Teure Qualität

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 14:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Coca-Cola übertraf im dritten Quartal die Erwartungen und erhöhte das Jahresziel; Nordamerika-Schwäche und hohe Bewertung bleiben Themen.
Coca-Cola, Aktie, Teure, Qualität, Erwartungen, Jahresziel;, Nordamerika-Schwäche, Bewertung, Themen Illustration mit AI erstellt.

Coca-Cola liefert, und trotzdem gibt der Kurs nach. Nach dem dritten Quartal hat der Konzern die Jahresprognose erneut angehoben, die Aktie notierte am Nachmittag dennoch gut ein Prozent im Minus bei rund 91 Dollar. Die guten Nachrichten waren offenbar eingepreist.

Zahlen mit Substanz

Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 0,91 Dollar, erwartet waren 0,88 Dollar. Der Umsatz übertraf mit 13,4 Milliarden Dollar die Erwartungen von rund 12,9 Milliarden Dollar deutlich. Organisch wuchs er um sieben Prozent, getragen von einem Absatzplus von fünf Prozent.

Die operative Marge stieg auf 32,9 Prozent, nach 31,9 Prozent im Vorjahr. Für 2026 peilt der Konzern nun einen Gewinnzuwachs je Aktie von mindestens 11 Prozent an, zuvor waren 9 bis 10 Prozent geplant. Der freie Cashflow soll mindestens 13 Milliarden Dollar erreichen.

Die Schwäche liegt in Nordamerika, wo das Volumen stagnierte. Lateinamerika mit einem Umsatzplus von 25 Prozent trug das Quartal.

Preisdruck als Gegenwind

Konzernchef Henrique Braun warnte vor erhöhten Kosten für Logistik und Transport. Der Druck auf die Verbraucher könne bis ins Jahr 2027 reichen. Coca-Cola reiht sich damit in eine Gruppe großer Konsumgüterhersteller ein, die für das kommende Jahr weitere Preiserhöhungen in Aussicht stellen. Höhere Energie-, Rohstoff- und Frachtkosten infolge des Iran-Kriegs setzen die Branche unter Druck.

Der Spielraum ist begrenzt. Reckitt kappte am Dienstag seine Umsatzprognose, die Aktie verlor etwa fünf Prozent. Marktbeobachter sehen die Grenze dessen erreicht, was Kunden bei Snacks und Alltagsprodukten zu zahlen bereit sind. Wie viel Coca-Cola bei den Preisen zusätzlich durchsetzen kann, ist offen: Die Angaben zum Preisbeitrag im Quartal gehen auseinander und reichen von rund einem bis zu etwa vier Prozentpunkten.

Bewertung bleibt der Knackpunkt

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 28, bei PepsiCo sind es gut 16. Die Aktie legte in zwölf Monaten rund 36 Prozent zu, PepsiCo verlor knapp acht Prozent. Die Dividendenrendite beträgt 2,3 Prozent, bei Pepsi 4,4 Prozent. Ein Bewertungsmodell sieht bei Coca-Cola gut elf Prozent Abwärtspotenzial.

Fundamental spricht dennoch vieles für den Branchenprimus: Die Gewinnschätzungen steigen leicht, bei PepsiCo sinken sie deutlich. Die Wette auf eine Annäherung der beiden Aktien braucht damit einen Auslöser, etwa ein Abbremsen des Wachstums bei Coca-Cola. Am ehesten dürfte der nordamerikanische Absatz zum Prüfstein werden. PepsiCo legt seine nächsten Zahlen voraussichtlich am 11. Februar 2027 vor.

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