Cognizant, Aktie

Cognizant Aktie: Department of Labor setzt PERM-Verfahren aus

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 13:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine US-Prüfung bremst Cognizants Visa-Verfahren, während der IT-Dienstleister Stellenaufbau und KI-Schulungen in Amerika vorantreibt.

Modernes IT-Lieferzentrum von Cognizant Technology mit globaler Vernetzung
Cognizant Technology IT-Lieferzentrum US1924461023 zeigt Entwickler bei globaler Netzwerk-Visualisierung in modernem Büro Illustration mit AI erstellt.

Schwere Vorwürfe aus Washington belasten die mittelfristigen Perspektiven des IT-Dienstleisters Cognizant. Das U.S. Department of Labor hat die Einreichungen des Konzerns für dauerhafte Arbeitszertifizierungen ausgesetzt. An den Märkten sorgt der Schritt für Verunsicherung über die künftige Personal- und Visapraxis des Unternehmens. Dennoch verzeichnet das Papier heute ein Plus von 4,2 Prozent auf 52,63 Euro.

Ermittlungen wegen Visaprogrammen

Die Aussetzung der sogenannten PERM-Verfahren steht im Zusammenhang mit einer behördlichen Untersuchung wegen mutmaßlichen Betrugs und möglicher Benachteiligung amerikanischer Arbeitskräfte. Nach Angaben des zuständigen Inspector General Anthony D’Esposito knüpft die Maßnahme an eine bereits im Juli eingeleitete Prüfung an. Im Zentrum stehen dabei Unregelmäßigkeiten bei Arbeitsvisa wie dem H-1B-Programm.

Strafrechtliche Anklagen gegen das Unternehmen wurden bislang nicht erhoben, auch die genaue Dauer des Antragsstopps ist nicht bekannt. Für international tätige IT-Konzerne stellen diese Zertifizierungen jedoch ein zentrales Instrument dar, um ausländische Fachkräfte langfristig in den USA zu beschäftigen.

Eine länger anhaltende Blockade könnte die Rekrutierung hochqualifizierter IT-Spezialisten erschweren und die operative Abwicklung laufender US-Kundenprojekte verteuern.

Stellenaufbau und KI-Schulungen in den USA

Parallel zu den behördlichen Untersuchungen versucht das Management, den Fokus auf die Modernisierung der eigenen Belegschaft zu lenken. Vor einer Woche kündigte Cognizant einen Ausbau seiner Aktivitäten in den Vereinigten Staaten an. Vorgesehen ist unter anderem die Einstellung von 1.500 US-College-Absolventen.

Zudem sollen spezialisierte Rollen wie zertifizierte Ingenieure und Technologie-Experten auf 15.000 Positionen erweitert werden. Das Unternehmen übernimmt zudem die Führung in einer nationalen Initiative zur Umschulung von Arbeitnehmern. Global bekräftigte Cognizant das Ziel, bis zu zwei Millionen Menschen in Fertigkeiten rund um künstliche Intelligenz weiterzubilden.

Margenstütze durch Restrukturierung

Auf einer Branchenkonferenz bekräftigte das Unternehmen zuletzt seine strategische Ausrichtung auf Zukunftstechnologien. Frühe Investitionen in Automatisierung und große Neuausschreibungen sollen die Zurückhaltung der Kunden bei diskretionären Ausgaben dämpfen. Nach Unternehmensangaben steuert das Effizienzprogramm Project Leap rund zehn Basispunkte zur operativen Margen-Guidance für 2026 bei.

Zudem rechnet das Management bis Ende 2026 mit regulatorischen Entwürfen zu einem möglichen Börsenlisting in Indien. Trotz der jüngsten Kurserholung bleibt die Bilanz an den Märkten gedämpft: Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 27 Prozent. Ob die verstärkte Hinwendung zum Heimatmarkt und zu KI-Diensten ausreicht, um die regulatorischen Risiken zu kompensieren, hängt nun maßgeblich vom weiteren Verlauf der US-Behördenprüfung ab.

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