Coinbase Aktie: Compass Point hebt Kursziel auf 177 Dollar
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Aktie von Coinbase verzeichnet am heutigen Montag einen deutlichen Kursanstieg von 7,2 Prozent. Ein Analysten-Upgrade sowie die Erwartung einer wegweisenden politischen Entscheidung in den USA sorgen fĂŒr neuen Optimismus unter den Anlegern. WĂ€hrend die Plattform ihr Angebot im Bereich der Krypto-Derivate und PrognosemĂ€rkte ausbaut, blickt die Branche gespannt auf den morgigen Dienstag, an dem eine entscheidende Abstimmung im US-Senat ansteht.
Compass Point hebt den Daumen
Das Analysehaus Compass Point hat das Rating fĂŒr Coinbase am heutigen Montag von âSellâ auf âNeutralâ heraufgestuft. Der Analyst Ed Engel begrĂŒndete diesen Schritt mit der Erholung des Bitcoin-Marktes und den verbesserten Aussichten fĂŒr die Krypto-Regulierung. Das Kursziel wurde dabei deutlich von 130 auf 177 US-Dollar angehoben.
Engel verwies darauf, dass sich mittlerweile rund 65 Prozent der Bitcoin-Halter wieder in der Gewinnzone befĂ€nden, was das Handelsumfeld stabilisiere. Zudem habe die gröĂte Short-Liquidation der Geschichte im August den Boden fĂŒr die aktuelle Erholung bereitet.
Bereits am gestrigen Sonntag Ă€uĂerte sich Morgan Stanley zur Zukunft des Unternehmens. Die Bank startete ihre Berichterstattung mit einer neutralen Bewertung und einem Kursziel von 250 US-Dollar. Die Analysten sehen Coinbase als eine Art âUniversalbörseâ, die kĂŒnftig als BrĂŒcke zwischen traditionellen FinanzmĂ€rkten und digitalen Vermögenswerten fungieren könnte.
Besonders hervorgehoben wurde dabei das Potenzial in den Bereichen Rohstoffe, tokenisierte Vermögenswerte und PrognosemÀrkte. Trotz der positiven langfristigen EinschÀtzung mahnt Morgan Stanley bei der aktuellen Bewertung zur Vorsicht, da die Aktie bereits viele Erwartungen eingepreist habe.
Entscheidungstag fĂŒr den CLARITY Act
Im Fokus der Marktteilnehmer steht zudem der morgige Dienstag. Der US-Senat bereitet sich auf ein kritisches Verfahrensvotum zum sogenannten CLARITY Act vor. FĂŒr dieses âCloture-Votumâ ist eine Mehrheit von 60 Stimmen erforderlich, was die Zustimmung von mindestens sieben Demokraten voraussetzt.
Das Gesetzesvorhaben, das bereits im Juli vergangenen Jahres das ReprĂ€sentantenhaus passierte, soll einen klaren regulatorischen Rahmen fĂŒr Stablecoins in den USA schaffen.
Um die notwendige UnterstĂŒtzung zu sichern, wurden in den vergangenen Tagen umfassende Ănderungen am Gesetzestext vorgenommen. Laut Berichten von CNBC und anderen Medien stimmte das WeiĂe Haus am Sonntag neuen Ethikregeln zu. Diese sehen unter anderem vor, dass hochrangige AmtstrĂ€ger sowie deren Ehepartner keine digitalen Vermögenswerte emittieren oder sponsern dĂŒrfen.
Zudem wurden Regelungen zu Blind Trusts und zur Einbeziehung von StaatsanwĂ€lten der Bundesstaaten integriert, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Senatorin Cynthia Lummis signalisierte Zuversicht, dass diese ZugestĂ€ndnisse, die rund 80 Prozent der Forderungen der Gegenseite abdecken, den Weg fĂŒr eine ĂŒberparteiliche Mehrheit ebnen könnten.
Expansion in Derivate und Banken-Services
Abseits der politischen BĂŒhne treibt Coinbase seine Produktstrategie voran. CEO Brian Armstrong kĂŒndigte am Samstag die EinfĂŒhrung des âPulse Modeâ fĂŒr das Coinbase Wallet an. Diese neue Funktion ermöglicht den mobilen Handel mit unbefristeten Terminkontrakten (Perpetual Futures).
Der Dienst richtet sich vorerst an Nutzer auĂerhalb der USA und wird ĂŒber das Hyperliquid-Netzwerk abgewickelt. Es ist Teil einer umfassenderen Umbenennung der App, die nun verstĂ€rkt als Portal fĂŒr Spot-Handel, tokenisierte Assets und PrognosemĂ€rkte positioniert wird.
Gleichzeitig untermauerte FinanzvorstĂ€ndin Alesia Haas kĂŒrzlich das Wachstumspotenzial neuer GeschĂ€ftsfelder. Auf einer Fachkonferenz erklĂ€rte Haas, dass die PrognosemĂ€rkte im zweiten Quartal 2026 eine annualisierte Umsatzrate von 100 Millionen US-Dollar erreicht haben â eine Verdopplung gegenĂŒber dem Startquartal.
Coinbase baut zudem seine PrÀsenz im traditionellen Sektor aus: Durch eine Kooperation mit dem Zahlungsdienstleister Moov ermöglicht das Unternehmen mehr als 1.000 US-Gemeindebanken die Akzeptanz und Abwicklung von Stablecoins.
Angesichts dieser operativen Fortschritte konnte sich die Aktie zuletzt von ihren TiefststĂ€nden lösen. Mit dem aktuellen Kurs von 162,00 Euro notiert das Papier nun 13 Prozent ĂŒber seinem 50-Tage-Durchschnitt.
Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die weitere Kursentwicklung maĂgeblich vom Ausgang der morgigen Abstimmung im Senat abhĂ€ngen dĂŒrfte. Ein Scheitern des CLARITY Act könnte die regulatorische Unsicherheit im US-Markt kurzfristig wieder verschĂ€rfen.
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