Commerzbank Aktie: Rhein schaltet sich ein
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 23:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Machtkampf um die Commerzbank bekommt eine neue politische Dimension. Hessens MinisterprĂ€sident Boris Rhein hat sich mit UniCredit-Chef Andrea Orcel getroffen und ihm klare Bedingungen fĂŒr den Fall einer Ăbernahme genannt. Die italienische GroĂbank hat sich mittlerweile Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert â der Widerstand aus der Politik wĂ€chst parallel dazu.
Frankfurt als rote Linie
Die hessische Landesregierung fordert, dass Sitz und Vorstand der Commerzbank in Frankfurt verbleiben und die Bank eine Aktiengesellschaft deutschen Rechts bleibt. Eine Ăbertragung des FirmenkundengeschĂ€fts an die Hypovereinsbank lehnt Rhein ab. UniCredit reagierte mit versöhnlichen Tönen und sprach von "konstruktiven GesprĂ€chen" sowie dem Wunsch nach direktem Austausch mit der Regierung.
Der Termin fĂ€llt in eine Phase, in der sich die Fronten auf mehreren Ebenen gleichzeitig bewegen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Orcel fĂŒr den 14. September nach Berlin eingeladen â der Bund hĂ€lt ĂŒber seinen Zwölf-Prozent-Anteil noch ein gewichtiges Wort mit.
Bei der Commerzbank selbst kursieren Sorgen vor Stellenabbau und einem möglichen RĂŒckzug aus dem AuslandsgeschĂ€ft, sollte Orcel am Ende das Ruder ĂŒbernehmen. In Frankfurt macht zudem die BefĂŒrchtung die Runde, dass eine spĂ€tere Verschmelzung mit der HVB MĂŒnchen als neuen Hauptsitz ins Spiel bringen könnte.
RĂŒckkauf lĂ€uft parallel zur Ăbernahmeschlacht
UnabhĂ€ngig vom politischen Ringen treibt die Commerzbank ihr Kapitalprogramm voran. Der Vorstand hat ein neues AktienrĂŒckkaufprogramm ĂŒber bis zu 1,2 Milliarden Euro beschlossen, das am Freitag startet und spĂ€testens bis zum 10. Februar 2027 lĂ€uft. Es ist Teil der fĂŒr 2026 geplanten GesamtausschĂŒttung von rund 3,2 Milliarden Euro an die AktionĂ€re.
Die Bank plant, ihren gesamten Nettogewinn nach Abzug der AT-1-Kupons an die AktionĂ€re weiterzugeben â bei einem angepeilten Gewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro fĂŒr 2026. Der Dividendenanteil daran soll mindestens die HĂ€lfte betragen. Anleger honorierten die Nachricht zunĂ€chst mit einem spĂŒrbaren Kursanstieg.
Der 14. September markiert den nĂ€chsten wichtigen Termin im Ăbernahmeringen. Beim Treffen zwischen Klingbeil und Orcel dĂŒrfte sich zeigen, wie stark der Bund seine Rolle als AnkeraktionĂ€r tatsĂ€chlich nutzen will.
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