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Commerzbank Aktie: S&P senkt Ausblick auf stabil

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 21:16 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Commerzbank-Aktie steigt trotz S&P-Ausblicksenkung auf Rekordniveau. Vorstand erhöht Gewinnziel auf 3,4 Mrd. Euro, Übernahme-Gespräche mit UniCredit stehen bevor.

Commerzbank: Kursrally trotz S&P-Ausblicksenkung und Übernahme-Spekulationen
Moderne Glasfassade eines Bürogebäudes bei Sonnenuntergang als Symbol für Stabilität im Finanzsektor. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Commerzbank-Aktie klettert weiter Richtung Rekord. Am Dienstag steigt der Kurs um 2,81 Prozent auf 39,58 Euro. Damit fehlen nur noch 0,35 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 39,72 Euro, erreicht erst am selben Tag.

Der Markt zeigt sich euphorisch. Eine Ratingagentur sieht die Lage deutlich vorsichtiger.

S&P bremst trotz starkem operativem Geschäft

S&P Global Ratings hat das langfristige Emittentenrating der Commerzbank bei „A" bestätigt. Den Ausblick senkt die Agentur jedoch von „positiv" auf „stabil". Grund sind wachsende Integrationsrisiken durch die mögliche Übernahme durch die italienische UniCredit.

S&P warnt vor einem konkreten Szenario: Bei einer vollständigen operativen Eingliederung in den UniCredit-Konzern könnte die Commerzbank ihre eigenständigen Kapitalpuffer verlieren. Genau diese Puffer hatten zuvor Hoffnung auf ein baldiges Rating-Upgrade genährt. Die Herabstufung des Ausblicks zeigt: Die Agentur sieht die Unabhängigkeit der Kapitalsteuerung gefährdet, sollte der italienische Großaktionär die Kontrolle übernehmen.

Vorstand erhöht Gewinnziel

Der Aktienmarkt blendet diese Bedenken weitgehend aus. Treiber ist vor allem der Vorstand selbst. Im Rahmen der Strategie „Momentum 2030" hebt die Führung um CEO Bettina Orlopp das Nettogewinnziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Zuvor hatte das Institut mehr als 3,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Diese operative Zuversicht stützt den Kurs. Hinzu kommt die Aussicht auf weitere Kapitalrückzahlungen: Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte die Bank im Mai 2026 bereits eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie – ein Plus von rund 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zahlen und Orcel-Treffen am Donnerstag

Am Donnerstag, dem 6. August 2026, legt die Commerzbank ihren Zwischenbericht für das zweite Quartal vor. Analysten erwarten weitere Belege für die Profitabilität des Instituts. Diese Zahlen liefern das wichtigste Argument – entweder für die Eigenständigkeit oder für eine hohe Übernahmeprämie.

Unmittelbar danach soll das erste offizielle Treffen zwischen Bettina Orlopp und UniCredit-Chef Andrea Orcel stattfinden. Medienberichten zufolge hat die Commerzbank-Führung ihre strikte Blockadehaltung aufgegeben. Sie signalisiert erstmals Gesprächsbereitschaft, knüpft eine Einigung aber an strenge Bedingungen: eine zweistellige Übernahmeprämie und feste Standortgarantien.

Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv. Mit einem RSI von 62,2 ist die Aktie zwar leicht erhitzt, notiert aber deutlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 34,99 Euro – ein Abstand von gut 13 Prozent. Die Zahlenvorlage am Donnerstag dürfte zeigen, ob der Ausbruch über die 40-Euro-Marke trägt oder ob die Rating-Warnung von S&P doch noch Gewicht bekommt.

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