Comstock Aktie: SOCAR steigt ein
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 15:59 Uhr | Redaktion boerse-global.deComstock Resources hat sich frisches Kapital gesichert – und gleich zwei Partner an Bord geholt. Der Erdgasproduzent aus dem Haynesville-Schiefer meldet eine Absichtserklärung mit der aserbaidschanischen Staatsgesellschaft SOCAR über 1,65 Milliarden Dollar sowie eine separate Bohr-Partnerschaft mit Großaktionär Jerry Jones im Volumen von 450 Millionen Dollar.
SOCAR kauft sich in Western Haynesville ein
Nach der geplanten Vereinbarung übernimmt SOCAR nicht-operative Beteiligungen an Comstocks Legacy-Haynesville-Anlagen sowie an den Western-Haynesville-Assets. Hinzu kommt ein Anteil an Pinnacle Gas Services, dem Midstream-Arm des Unternehmens. Der Kaufpreis von 1,65 Milliarden Dollar in bar soll vorrangig zur Schuldentilgung dienen.
Comstock rechnet vor, dass sich die Nettoverschuldung dadurch von 3,1 Milliarden auf 1,5 Milliarden Dollar mehr als halbiert – bezogen auf den Stand vom 30. Juni 2026. Die Parteien wollen den endgültigen Kaufvertrag bis zum 31. Oktober 2026 unterzeichnen, ein Abschluss der Transaktion wird bis Jahresende angestrebt. Comstock behält dabei die operative Kontrolle über alle Upstream-Assets und Pinnacle Gas Services.
Für SOCAR ist der Deal ein Einstieg in eines der größten unerschlossenen Erdgasvorkommen der USA: Auf 545.000 Netto-Acres im Western Haynesville sieht Comstock Potenzial für wachsende Nachfrage aus LNG-Export, Stromerzeugung und Rechenzentren entlang der Golfküste. Als Gegenleistung erhält SOCAR Zugang zum internationalen Gasmarkt für künftige Comstock-Mengen und ein Vorkaufsrecht auf zukünftige Projekte in der Region.
Jerry Jones finanziert Bohrprogramm
Parallel zur SOCAR-Vereinbarung hat Comstock mit Hauptaktionär Jerry Jones eine Bohr-Partnerschaft für den Haynesville-Schiefer geschlossen. Ab heute übernimmt eine Jones-Familiengesellschaft 85 Prozent der Bohr- und Fertigstellungskosten für 18 Western-Haynesville-Bohrungen sowie 80 Prozent für neun Legacy-Haynesville-Bohrungen. Das Programm soll rund 450 Millionen Dollar kosten und läuft über die kommenden zwölf Monate.
Sobald eine Rendite von 15 Prozent erreicht ist, fällt die Hälfte der Bohrungsanteile an Comstock zurück. Die Konstruktion ähnelt der SOCAR-Vereinbarung: Auch dort erhält der Investor zunächst eine bevorzugte Renditebeteiligung, bevor sich die Anteilsverhältnisse zugunsten von Comstock verschieben.
Wells Fargo begleitet Comstock als Finanzberater bei der SOCAR-Transaktion, J.P. Morgan Securities steht auf der Gegenseite. Mit der Kombination aus Kapitalzufluss und fremdfinanziertem Bohrprogramm verschafft sich Comstock finanziellen Spielraum, um das Western-Haynesville-Gebiet weiter zu erschließen – ohne dabei zusätzliche Schulden aufzunehmen.
Bis zur Unterzeichnung der endgültigen Verträge Ende Oktober bleibt die SOCAR-Vereinbarung allerdings eine Absichtserklärung, kein bindender Abschluss.
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