Copart Aktie: 1,9-Milliarden-Übernahme von ACV Auctions
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die jüngste Bilanzvorlage und eine milliardenschwere Transaktion hinterlassen deutliche Spuren in den Bewertungsmodellen der Wall Street. Nachdem Copart am vergangenen Donnerstag die Zahlen für das vierte Geschäftsquartal präsentierte und gleichzeitig den Erwerb des Konkurrenten ACV Auctions ankündigte, haben erste Analysehäuser ihre Kurserwartungen neu abgesteckt. Am heutigen Montag notiert die Aktie im deutschen Handel bei 27,00 Euro und verzeichnet dabei ein Plus von 4,9 Prozent.
Margendruck belastet das vierte Quartal
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 verzeichnete Copart einen leichten Umsatzanstieg um 2,4 Prozent auf rund 1,15 Milliarden US-Dollar. Trotz dieses Zuwachses geriet die Ertragsseite unter Druck: Der operative Gewinn fiel um 10,6 Prozent auf 368,9 Millionen US-Dollar, während der Nettogewinn um 17,4 Prozent auf 327,4 Millionen US-Dollar nachgab. Das verwässerte Ergebnis je Aktie sank entsprechend von 0,41 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 0,35 US-Dollar.
Besonders das Kerngeschäft in den USA zeigte Bremsspuren. Die Zahl der global verkauften Fahrzeuge ging um 2,9 Prozent zurück, was vor allem auf ein Minus von 5,7 Prozent im US-Heimatmarkt zurückzuführen war. Dagegen stemmte sich das Auslandsgeschäft mit einem Mengenzuwachs von 10 Prozent und einem Erlösplus von 11,7 Prozent auf 222,1 Millionen US-Dollar.
Milliardendeal soll das digitale Händlergeschäft stärken
Parallel zu den Geschäftszahlen vereinbarte das Management die vollständige Übernahme der Online-Auktionsplattform ACV Auctions für rund 1,9 Milliarden US-Dollar in bar. Das Angebot liegt bei 10,50 US-Dollar je Aktie und soll vollständig aus den vorhandenen Barmitteln finanziert werden.
Mit dem Zukauf baut Copart den Zugriff auf das Händler- und Gebrauchtwagensegment deutlich aus. ACV wickelt jährlich mehr als 800.000 Fahrzeuge ab und zählte zuletzt über 22.000 aktive Käufer.
Der Abschluss der Transaktion wird bis Ende 2026 angestrebt. Das Management rechnet damit, dass die Übernahme im ersten vollen Jahr ergebnisneutral bleiben und ab dem Geschäftsjahr 2028 positiv zum Gewinn beitragen wird.
Analysten justieren ihre Kursziele nach
Die Kombination aus schwächerer Quartalsrentabilität und der bevorstehenden Großakquisition sorgt für geteilte Einschätzungen unter Marktbeobachtern. Das Analysehaus Robert W. Baird senkte das Kursziel für Copart von 42 auf 38 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch auf „Outperform“. JPMorgan stuft den Titel derweil weiterhin mit „Overweight“ und einem Ziel von 40 US-Dollar ein.
Für Anleger richtet sich der Blick nun darauf, wie schnell die Integration der Neuerwerbung voranschreitet. Die US-Volumenrückgänge im Kerngeschäft unterstreichen die Notwendigkeit, zusätzliche Wachstumsfelder im gewerblichen Fahrzeughandel zu erschließen.
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