Danone Aktie: US-Schwäche bremst
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 13:51 Uhr | Redaktion boerse-global.deDanone wächst im dritten Quartal breit, doch ein Markt läuft hinter den Erwartungen des Managements her: die USA. Der Konzern bestätigt trotzdem seine Jahresziele und kündigt ein Aktienrückkaufprogramm an. Die Aktie legt in Paris zeitweise um rund 1,5 bis 1,7 Prozent auf gut 62 Euro zu.
Preise treiben das Wachstum
Der Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro, vergleichbar um 4,0 Prozent. Alle Regionen und Kategorien trugen dazu bei. Hauptmotor waren die Preise mit 3,6 Prozentpunkten, Volumen und Mix steuerten lediglich 0,4 Punkte bei.
Finanzchef Juergen Esser verwies auf den Ölpreis, der über 100 Dollar je Barrel verharrt. Danone hat deshalb früh und selektiv Preise angehoben. Auffällige Preissensibilität der Kunden sieht das Unternehmen bislang nicht.
Die Spezialnahrung führte das Wachstum an, getragen von China, Lateinamerika und der medizinischen Nutrition in Nordamerika. Mizone, die Getränkemarke in China, bremste dagegen. Schlechtes Wetter und ein stark von Rabatten geprägter Markt belasteten das Geschäft. Danone baute zudem Lagerbestände ab. Das kostete den Konzern rund einen Punkt beim Volumen. Im vierten Quartal, traditionell klein für Mizone, soll sich das nicht wiederholen.
Nordamerika bleibt die Baustelle
Im US-Joghurtgeschäft fiel die Lieferfähigkeit zum Quartalsende auf rund 85 Prozent, deutlich unter branchenüblichen Werten. Auslöser war der Hochlauf neuer Kapazitäten. Danone spricht von einem Ausführungsproblem, nicht von Kapazitätsmangel. Auslistungen gab es nach Unternehmensangaben bislang nicht, Marktanteile gingen aber verloren.
Das Management zog Konsequenzen und tauscht die US-Führung mit sofortiger Wirkung aus. François Lacombe, zuvor an der Sanierung des Spanien-Geschäfts beteiligt, übernimmt. Für 2027 verspricht Danone eine starke Innovationspipeline mit Kefir, Ballaststoffprodukten und dem Einstieg ins Segment des klassischen Greek Yogurt.
Rückkauf und Finanzierungskosten
Danone will bis Ende 2026 rund 3,5 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Sie sind für Mitarbeiterbeteiligungspläne vorgesehen, der Rückkauf gleicht also vor allem Verwässerung aus. Ein größeres Programm ist nicht angekündigt. Über die Kapitalverwendung will der Konzern mit den Jahreszahlen im kommenden Jahr informieren.
Die Finanzierung wird teurer. Auslaufende Anleihen mit Kupons von null bis einem Prozent ersetzt Danone durch Papiere mit rund vier Prozent. Die Kosten der Nettoverschuldung steigen daher in den kommenden Quartalen. Die Übernahme der australischen MADE Group dürfte in den nächsten Wochen abgeschlossen werden und Liquidität binden.
Für 2026 bleibt es bei einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis soll schneller wachsen als der Umsatz. Ob die Margen den steigenden Rohstoffdruck verkraften, zeigen erst die Jahreszahlen im kommenden Jahr.
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