DAX, Euro-Tief

DAX: Euro-Tief trübt den Wochenstart

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 10:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Euro-Schwäche bietet Exporteuren Vorteile, während politische Unsicherheit und der anhaltende Abwärtstrend den DAX belasten.

DAX zum Wochenstart kaum bewegt, Euro fällt auf 17-Monats-Tief
Blick auf einen modernen Handelsraum in Frankfurt bei morgendlichem Licht mit konzentrierten Händlern an ihren Arbeitsplätzen. Illustration mit AI erstellt.

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, der DAX tritt auf der Stelle. Zum Auftakt der neuen Woche zeichnet sich für den deutschen Leitindex kaum Bewegung ab. Die Erholung vom Freitag wirkt auf Marktbeobachter eher technisch als nachhaltig.

Euro-Schwäche als Segen und Fluch

Die Gemeinschaftswährung rutschte in Asien zeitweise auf 1,1161 US-Dollar und erholte sich zuletzt leicht. Hintergrund ist die politische Blockade in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl im Frühjahr. Der Risikoaufschlag französischer Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen sprang am Freitag über 1,5 Prozentpunkte. Hinzu kommen Spekulationen über mögliche Neuwahlen in Spanien.

Für den DAX hat das zwei Seiten. Exporteure profitieren von einem schwachen Euro, wie Jochen Stanzl von der Consorsbank betont. Allerdings verstärkt die Unsicherheit die Zurückhaltung internationaler Investoren gegenüber europäischen Aktien.

Technische Erholung, intakter Abwärtstrend

Am Freitag legte der Index rund 1,2 Prozent auf 25.231 Punkte zu, gestützt von schwachen US-Arbeitsmarktdaten. Diese dämpften die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed spürbar. Stanzl traut dem Plus dennoch nicht. Der DAX war zuvor aus seiner mehrwöchigen Handelsspanne nach unten gefallen, die Schwankungen nahmen in beide Richtungen zu.

Für einen Boden braucht der Index nach seiner Einschätzung ein bis zwei Wochen ohne neue Tiefs. Bis dahin gilt der Abwärtstrend seit dem Rekordhoch Ende August fort.

Dieses Hoch lag bei 26.618 Punkten. Seither belasten steigende Ölpreise und hohe Anleiherenditen. Brent notiert weiter bei rund 101 Dollar, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,27 Prozent. Zudem fiel der DAX am Donnerstag bis auf 24.831 Punkte, den tiefsten Stand seit Ende Juli.

Die Marke von 25.000 im Blick

Timo Emden von CapTrader hält die runde Marke von 25.000 Punkten für zunehmend wichtig: Je länger der Index darum pendle, desto größer werde ihre Bedeutung. Für den Wochenauftakt zeichnet sich eine Spanne zwischen 25.000 und 25.350 Punkten ab.

Impulse könnten von den Unternehmen kommen. Die Deutsche Telekom hält am Montag einen KI-Investorentag ab, Porsche folgt am Mittwoch mit seinem Kapitalmarkttag. Bayer meldet derweil eine Investition von 2,2 Milliarden Dollar in ein neues Pharmawerk in Ohio, die volle Produktion soll 2034 starten.

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