DAX, KI-Hoffnung

DAX: KI-Hoffnung trifft Ölpreis

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Technologieaktien belebten den DAX, während geopolitische Spannungen den Brent-Preis über 116 Dollar je Fass trieben.
Moderne Frankfurter Börse mit verschwommenen Silhouetten von Händlern und neutralem, professionellem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX hat seinen Erholungskurs fortgesetzt und zwischenzeitlich den höchsten Stand seit fünf Wochen erreicht. Am Ende stand ein Plus von 0,44 Prozent auf 25.704 Punkte. Getragen wurde die Erholung von neuem Vertrauen in die KI-Branche, gebremst von geopolitischen Sorgen und dem anstehenden Zinsabend in den USA.

KI-Zuversicht kehrt zurück

Auslöser war ein Impuls aus Südkorea. Der Speicherchip-Hersteller SK Hynix legte unerwartet starke Quartalszahlen vor, Anleger griffen daraufhin wieder bei Technologiewerten zu. Siemens Energy gewann 3,6 Prozent, Aixtron 3,4 Prozent und Infineon 1,6 Prozent. Der TecDAX schnitt mit einem Plus von rund 0,6 Prozent besser ab als der Leitindex.

Am Abend legen Alphabet und Microsoft Zahlen vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wann sich die hohen Ausgaben für Rechenzentren im Ergebnis auszahlen. Der MDAX gab dagegen leicht um 0,2 Prozent nach.

Bremsen im Hintergrund

Für Zurückhaltung sorgte die Zinsentscheidung der US-Notenbank. Eine unveränderte Fed gilt als ausgemacht. Marktteilnehmer erwarten allerdings, dass Notenbankchef Kevin Warsh den Ausblick bewusst vage hält. Für Dezember preisen die Märkte mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit eine Zinserhöhung ein.

Hinzu kam die Geopolitik. Die USA sollen arabische Golfstaaten auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den Zwischenwahlen Anfang November eingestimmt haben. Der Brent-Preis stieg über 116 Dollar je Fass.

Deutsche Bank vorn, Symrise hinten

Die Deutsche Bank führte die Gewinnerliste mit rund 4 Prozent an. Sie steigerte im dritten Quartal den Gewinn und übertraf die Erwartungen, obwohl die Investmentbank schwächelte und die Risikovorsorge deutlich stieg. Die Fondstochter DWS verlor 1,7 Prozent, meldete aber sehr starke Nettomittelzuflüsse.

Symrise rutschte um etwa 10 Prozent ab. Das organische Wachstum von 5,3 Prozent übertraf zwar die Konsensschätzung, der Ausblick auf das vierte Quartal überzeugte jedoch nicht. Traton verlor 2,0 Prozent, nachdem einzelne Kennzahlen laut Bernstein enttäuscht hatten. BASF gewann 1,4 Prozent, obwohl Analysten den Ausblick als schwach werteten.

Am Rand des Marktes gab es ein Börsendebüt: Der von Thyssenkrupp abgespaltene Werkstoffhändler TK Accelis startete bei 27,80 Euro und schloss bei 27,28 Euro im MDAX. Thyssenkrupp-Aktionäre erhielten je 20 Aktien ein Accelis-Papier.

Der Fokus liegt nun auf dem Abend. Fällt die Fed-Entscheidung wie erwartet aus, entscheiden die Zahlen von Alphabet und Microsoft, ob der KI-Schwung den DAX über das Fünf-Wochen-Hoch trägt.

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