DAX, Ifo-Index

DAX: Ölpreis bremst, Ifo-Index stützt

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Höhere Ölpreise drückten den DAX ins Minus, während bessere Konjunkturprognosen und ein stärkerer Ifo-Index die Verluste begrenzten.

DAX gibt leicht nach: Ölpreis belastet, Ifo-Stimmung verbessert sich
Moderne Glasfassaden eines Bürogebäudes im Frankfurter Bankenviertel bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Zwischen steigenden Ölpreisen und einer überraschend robusten Konjunkturstimmung sucht der DAX am Donnerstag seine Richtung. Am Ende steht ein Minus – aber ein kleines.

Der Leitindex gibt bis zum frühen Nachmittag um 0,2 Prozent auf 25.352 Punkte nach. Zwischenzeitlich hatte es deutlich schlechter ausgesehen: Bis zu ein Prozent verlor der DAX im Tagesverlauf und testete damit erneut seine 100-Tage-Durchschnittslinie.

Schon in der Vorwoche war der Index zeitweise unter diese Trendlinie gerutscht, hatte sich aber wieder gefangen. Der MDAX der mittelgroßen Werte trifft es härter, er verliert 0,7 Prozent auf 30.995 Zähler.

Ölpreis als Belastungsfaktor

Der Auslöser für die Schwäche liegt im Nahen Osten. USA und Iran liegen bei der Wiederherstellung von Schiffstransporten durch die Straße von Hormus offenbar weit auseinander. Die Islamische Revolutionsgarde signalisiert laut iranischer Nachrichtenagentur sogar eine mögliche Eskalation über die Region hinaus. Die Folge: Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet wieder klar mehr als 100 Dollar.

Parallel dazu blickt der Markt auf das Treffen zwischen US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, die bis November ausgesetzten Zusatzzölle auf chinesische Importe um weitere zwei Monate zu verschieben – ein Signal, das zumindest kurzfristig Entspannung in den Handelsstreit bringt.

Konjunkturdaten bremsen den Ausverkauf

Dass sich die Verluste in Grenzen halten, liegt an der deutschen Konjunktur. Führende Forschungsinstitute erhöhten ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich, von zuvor 0,6 auf jetzt 1,3 Prozent. Der Ifo-Index zur Wirtschaftsstimmung verbesserte sich im September stärker als erwartet, trotz hoher Energiepreise.

Konjunkturchef Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle warnte allerdings, der Aufschwung stehe „auf einem schmalen Fundament" – hohe Energiepreise und Strukturprobleme blieben Belastungsfaktoren.

Auf Einzelwerte-Ebene trifft es Rüstungsaktien besonders hart. Rheinmetall verliert 2,7 Prozent, Renk und Hensoldt geben im MDAX jeweils rund drei Prozent ab. Anleger meiden den Sektor wegen der Unsicherheit über geopolitische Konflikte – Analyst Jens-Peter Rieck von MWB Research verweist darauf, dass hohe Auftragseingänge bereits eingepreist seien und sich der Fokus nun auf deren Abarbeitung verlagere.

Im Nebenwertesegment sorgt ein Übernahmeangebot für Bewegung: Schneider Electric bietet 70 Euro je Aktie für die Shelly Group, deren Papiere im SDAX um 3,6 Prozent auf 66,70 Euro steigen. Verbio verliert dagegen zwei Prozent, nachdem das Gewinnziel des Biokraftstoffherstellers enttäuscht hatte.

Am Freitag richtet sich der Blick auf den NIM-Konsumklimaindikator und die EZB-Geldmengendaten, bevor am Nachmittag US-Auftragseingänge langlebiger Güter und die zweite Umfrage zur Verbraucherstimmung der University of Michigan anstehen. Ob der DAX seine 100-Tage-Linie erneut verteidigt, dürfte auch davon abhängen, wie sich der Ölpreis über das Wochenende entwickelt.

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