DAX: Unter 26.000 Punkte gefallen
Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 04:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der deutsche Leitindex musste am gestrigen Donnerstag einen Rückschlag hinnehmen und fiel unter die psychologisch wichtige Schwelle von 26.000 Zählern.
Belastet von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und einem anhaltenden Druck durch steigende Anleiherenditen beendete das Barometer den Handel bei 25.983,04 Punkten, was einem Tagesverlust von 0,4 Prozent entspricht. Damit entfernt sich der Index weiter von seinem erst am 12. August erreichten 52-Wochen-Hoch bei 26.573,50 Punkten. Während konjunkturelle Frühindikatoren leichte Hoffnung machten, trübten warnende Töne der Bundesbank die Stimmung der Anleger.
Bundesbank warnt vor Wachstumsdämpfer durch Niedrigwasser
In ihrem aktuellen Monatsbericht dämpfte die Bundesbank die Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt allenfalls leicht zulegen.
Als wesentlicher Bremsfaktor wurde das anhaltende Niedrigwasser identifiziert, das die Binnenschifffahrt und damit die Lieferketten spürbar beeinträchtigt. Zudem belasten die hohen Energiepreise den privaten Konsum, auch wenn die Inflation im Juli bei 2,8 Prozent lag.
Dem gegenüber steht ein positiver Impuls vom ZEW-Index. Die Konjunkturerwartungen für Deutschland stiegen im August überraschend deutlich um 7,9 auf 34,2 Punkte. Dieser Optimismus der Finanzmarktexperten stützt sich unter anderem auf die Hoffnung auf eine Stabilisierung des Konsums, auch wenn die aktuelle Lagebeurteilung weiterhin auf niedrigem Niveau verharrt.
Parallel dazu zeigt sich die deutsche Industrie mit Rekord-Auftragsbeständen widerstandsfähig, wobei das BIP im zweiten Quartal trotz der schwierigen Rahmenbedingungen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen konnte.
Geopolitische Risiken und Druck vom Anleihemarkt
Die angespannte Lage im Iran bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor für die Aktienmärkte. Die Ölpreise sind innerhalb von zwei Wochen um 14 Prozent gestiegen, was die Sorgen vor einer neuen Inflationswelle befeuert.
Zusätzliche Nervosität lösten Äußerungen aus den USA aus, in denen dem Iran mit einem weitreichenden Wirtschaftskrieg gedroht wurde. Diese geopolitischen Risiken spiegeln sich auch in den Renditen für Staatsanleihen wider: Die Renditen 30-jähriger US-Bonds notieren seit knapp einem Monat über der Marke von 5 Prozent, was Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren lässt.
Am US-Markt wird die Verschuldung zunehmend als Gefahr wahrgenommen. Während das US-Finanzministerium Liquiditätsrückkäufe für langlaufende Staatsanleihen angekündigt hat, treiben Inflationssorgen und die Konkurrenz durch neue Anleiheemissionen die Renditen 10-jähriger Bonds auf Niveaus, die zuletzt während der Finanzkrise gesehen wurden.
Analystenstimmen zu Sartorius und Continental
Im Dax-Umfeld stachen gestern einige Einzelwerte hervor. Die Analysten der UBS zeigten sich optimistisch für Sartorius und vergaben eine Kaufempfehlung, woraufhin die Aktie um über 5 Prozent zulegte. Auch Continental profitierte von einer positiven Einschätzung; die Experten von JPMorgan äußerten sich zuversichtlich für den Automobilzulieferer, dessen Papiere daraufhin um 1,5 Prozent stiegen.
Weniger gut lief es für den Chemiehändler Brenntag, der nach einer Herabstufung durch ein US-Analysehaus fast 3 Prozent verlor. Auch im Bereich der Werbedienstleister gab es Kursverluste, nachdem eine gestrichene Kaufempfehlung durch Kepler Cheuvreux die Anleger verunsicherte.
In Asien sorgten unterdessen angekündigte Anleiherückkäufe des US-Finanzministeriums für eine vorübergehende Erholung an den Börsen in Tokio und Seoul, was den DAX zur gestrigen Eröffnung kurzzeitig stabilisiert hatte, bevor der Verkaufsdruck am Nachmittag wieder zunahm.
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