DAX, Wahlbeben

DAX: Wahlbeben lÀsst Anleger kalt

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 15:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der deutsche Leitindex legt zu, wĂ€hrend Wahlergebnisse und widersprĂŒchliche Nahost-Signale die weitere Entwicklung an der 100-Tage-Linie prĂ€gen.

DAX stabilisiert sich trotz politischer Turbulenzen
Börsenparkett der Frankfurter Wertpapierbörse mit HÀndlern in GeschÀftskleidung vor unscharfen Anzeigetafeln. Illustration mit AI erstellt.

Der DAX startet die Woche mit einem Plus von 0,74 Prozent und steht bei 25.491,35 Punkten. Damit stabilisiert sich der Index zunĂ€chst an seiner 100-Tage-Linie, an die er am Freitag mit einem Tagestief von 25.285 Punkten zurĂŒckgefallen war. Drei schwache Wochen in Folge liegen hinter dem deutschen Leitindex — nach dem Rekordhoch Ende August wirkt die Erholung eher zögerlich als euphorisch.

Bemerkenswert ist, wie wenig der DAX auf die politischen ErschĂŒtterungen des Wochenendes reagiert. In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben Rechts- und Linkspopulisten deutlich zugelegt, die CDU ist in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus einem Landesparlament geflogen.

Der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz wÀchst, er signalisierte aber noch am Wahlabend, am Reformkurs festhalten zu wollen. Der Markt scheint diese innenpolitische ZÀsur vorerst zu ignorieren.

Nahost-Signale bleiben widersprĂŒchlich

StĂŒtzend wirken sinkende Ölpreise, obwohl die Lage rund um den Iran-Konflikt unklar bleibt. Teheran hatte am Wochenende ĂŒber seinen obersten Sicherheitskoordinator Bereitschaft zur Beendigung des Konflikts mit den USA signalisiert, auf Basis des im Juni geschlossenen Rahmenabkommens. Gleichzeitig kamen erneut Drohungen des iranischen MilitĂ€rs gegen die USA und deren VerbĂŒndete.

US-PrĂ€sident Donald Trump Ă€ußerte sich derweil im "Entscheidungsmodus" und ließ offen, ob "große Dinge" bevorstehen. Ein Treffen mit dem iranischen PrĂ€sidenten Masoud Pezeshkian am Rande der UN-Generalversammlung in New York schloss er nicht aus. FĂŒr die Ölpreise und damit indirekt fĂŒr die Stimmung an den AktienmĂ€rkten bleibt diese Gemengelage ein Unsicherheitsfaktor.

Blick auf die Marke von 26.600 Punkten

Das Allzeithoch vom 28. August bei 26.618,74 Punkten auf Intraday-Basis liegt inzwischen mehr als 1.100 Punkte ĂŒber dem aktuellen Niveau. Ob die Stabilisierung an der 100-Tage-Linie tragfĂ€hig ist, dĂŒrfte sich in den kommenden Handelstagen zeigen — insbesondere daran, wie der Markt auf weitere Nachrichten aus Nahost und mögliche politische Reaktionen aus Berlin reagiert.

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