Deutsche Bank Aktie: Schiraldi zieht Klage zurück
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 19:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der langwierige Rechtsstreit um Transaktionen mit der italienischen Krisenbank Banca Monte dei Paschi di Siena erfährt eine weitere Entlastung. Die Deutsche Bank hat sich mit ihrem ehemaligen Manager Dario Schiraldi geeinigt. Schiraldi zog seine im Jahr 2024 eingereichte Klage über ein Volumen von 152 Millionen Euro zurück.
Über die finanziellen Details der Einigung vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Der finanzielle Effekt auf das Ergebnis des dritten Quartals 2026 wird als gering eingestuft. Für das Frankfurter Kreditinstitut bedeutet der Schritt das Ende einer weiteren kostspieligen Streitigkeit aus früheren Handelsgeschäften.
Vier Gerichtsverfahren in London bleiben offen
Die Einigung mit Schiraldi markiert den zweiten beigelegten Fall aus einem Komplex von insgesamt sechs Klagen. Bereits Anfang 2026 hatte die Bank einen Vergleich mit dem früheren Händler Michele Foresti erzielt. Die übrigen vier Verfahren werden weiterhin vor Gerichten in London verhandelt.
An der Börse geriet das Papier am heutigen Freitag dennoch unter Druck. Die Aktie notiert bei 33,05 Euro, was einem Tagesrückgang von 2,7 Prozent entspricht. Damit liegt der Titel gut 7,8 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 35,84 Euro.
Operative Entwicklung und neue Geschäftsfelder
Operativ zeigte sich das Institut im laufenden Jahr widerstandsfähig. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich zeitgleich von 0,49 Euro auf 0,84 Euro.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 erwarten Marktbeobachter einen Gewinn von durchschnittlich 3,34 Euro je Anteilsschein. Nach einer Ausschüttung von 1,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 prognostizieren Analysten für das laufende Jahr eine Dividende von 1,16 Euro. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 37,41 Euro.
Parallel zum Abbau juristischer Altlasten treibt der Konzern neue Geschäftsfelder voran. Bis Ende 2026 plant die Bank, für europäische Unternehmenskunden und institutionelle Adressen eine Verwahrung digitaler Vermögenswerte anzubieten.
Wie Gerald Podobnik, Co-Head Corporate Banking, erklärte, soll der Service parallel zu bestehenden Bankkanälen laufen. Der Start des Angebots steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen, wobei die Verwahrungslizenz für Oktober erwartet wird.
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