Dexus, Aktie

Dexus Aktie: Umbau mit Gegenwind

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 03:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Dexus rechnet 2027 mit weniger operativem Cashflow; zugleich übertrifft das Unternehmen sein Verkaufsziel bereits.
Moderne Glasfassade eines Wolkenkratzers unter einem bewölkten, stürmischen Himmel als Symbol für den Immobiliensektor. Illustration mit AI erstellt.

Dexus räumt auf. Auf der Hauptversammlung kündigte der Immobilienkonzern an, die Infrastruktursparte zu verkleinern und sich wieder auf Büro, Logistik und Handel zu konzentrieren. Zugleich stellte das Management klar: Die Erträge dürften im Geschäftsjahr 2027 sinken.

Prognose: weniger Ertrag je Wertpapier

Für die zwölf Monate bis Ende Juni 2027 erwartet Dexus einen bereinigten operativen Cashflow (AFFO) von 37,5 bis 39,5 Cent je Wertpapier. Die Ausschüttung soll bei 37,0 Cent liegen, vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse.

Als Gründe nennt der Vorstand kaum noch anfallende Performance-Fees und Handelsgewinne, höhere Finanzierungskosten und die Fertigstellung des Atlassian-Projekts. Hinzu kommt ein deutlich geringerer Ergebnisbeitrag der Fonds, die derzeit überprüft werden.

Infrastruktur: Anleger wollen Liquidität

Die Überprüfung der Infrastrukturfonds, die 2023 mit der Übernahme von AMP Capital ins Haus kamen, ergab: Investoren mehrerer Fonds wollen an ihr Geld. Für zwei Fonds stehen im laufenden Geschäftsjahr Anlagenverkäufe an, bei den übrigen laufen Gespräche. Ergänzend plant Dexus eine schlankere Alternativsparte, etwa mit Rechenzentren und ausgewählten Wohnsektoren.

Belastend wirkt der Rechtsstreit um die Flughafenbeteiligung APAC, der Melbourne und Launceston betrifft. Der Supreme Court von New South Wales fällte im Mai ein Urteil mit kritischen Feststellungen zum Verhalten der Dexus-Seite. Die Berufung wird ab dem 30. November verhandelt. Dexus räumt Defizite ein, hat Mitarbeiter freigestellt und die Risikokontrolle direkt beim CEO angesiedelt. Der Ausgang bleibt offen.

Auch der Abschlussprüfer KPMG sorgte für Diskussionen. Er bleibt im Amt, hat aber zusätzliche Schutzmaßnahmen für vertrauliche Daten zugesagt.

Das Kerngeschäft läuft

Operativ steht Dexus solide da. Die Büros sind zu 94,2 Prozent vermietet, der Marktschnitt liegt bei 85,1 Prozent. Im Logistikbereich beträgt die Auslastung 94,0 Prozent, bei Neuvermietungen erzielte Dexus rund 36 Prozent höhere Mieten. Die Mieteinzüge liegen bei 99,5 Prozent.

Das Fondsgeschäft zog seit Ende Juni rund 230 Millionen Dollar an frischem Kapital an. Zudem verkaufte Dexus ein Bürogebäude in Parramatta zu einem Abschlag von 7,1 Prozent auf den letzten Buchwert. Das gesamte Veräußerungsziel von zwei Milliarden Dollar ist mit rund 2,5 Milliarden Dollar bereits übertroffen.

Ein möglicher Kurstreiber ist das Rechenzentrumsgeschäft: Ein Konsortium mit Australian Data Centres, an dem Dexus 85 Prozent hält, hat Mietunterlagen mit einer australischen Anthropic-Tochter für eine Anlage in Queensland unterzeichnet. Das steht noch unter dem Vorbehalt üblicher Genehmigungen, darunter der des Dexus-Verwaltungsrats.

Rückkauf und Bewertungsabschlag

Das Management räumt ein, dass die Papiere deutlich unter dem Nettovermögenswert notieren. Den im Februar angekündigten Rückkauf am Markt sieht es weiter als Hebel, echte Fortschritte hängen aber an Verkäufen und freigesetztem Kapital. Zinsanstiege und geopolitische Unsicherheit haben das Tempo gebremst.

Das nächste konkrete Datum steht fest: Ab dem 30. November verhandelt das Gericht die APAC-Berufung. Von diesem Ausgang hängt ab, wie es für die betroffenen Fonds weitergeht.

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