Digital Realty Aktie: Rekordaufträge, Teraco-Aufstockung
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 17:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deDigital Realty hat im dritten Quartal so viele Aufträge an Land gezogen wie nie zuvor. Der Rechenzentrumsbetreiber hebt zum dritten Mal in diesem Jahr die Prognose an und stockt parallel seine Beteiligung am afrikanischen Anbieter Teraco kräftig auf.
Rekordbuchungen treiben das Wachstum
Die Neubuchungen erreichten auf Digital Realtys Anteil 627 Millionen Dollar an annualisierter Miete, ein Rekord. Der Auftragsbestand noch nicht gestarteter Mietverträge wuchs auf 1,8 Milliarden Dollar. Bei Vertragsverlängerungen stiegen die Mieten in bar um 11,8 Prozent.
Der Umsatz legte um gut 20 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar zu und übertraf die Markterwartung von 1,75 Milliarden Dollar deutlich. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,48 Dollar allerdings unter den erwarteten 0,52 Dollar.
Maßgeblich für Immobiliengesellschaften ist ohnehin der operative Cashflow: Der Core FFO je Aktie stieg auf 2,10 Dollar, nach 1,89 Dollar im Vorjahresquartal.
Für das Gesamtjahr peilt das Management nun 8,30 bis 8,35 Dollar Core FFO je Aktie an. Aus der Spanne ergibt sich für das Schlussquartal ein Wert, der leicht unter dem Niveau des dritten Quartals liegt. Das dämpft die Euphorie etwas.
Landkäufe und frisches Kapital
Digital Realty kaufte im Quartal Grundstücke für 742 Millionen Dollar, etwa bei Indianapolis, Chicago und Charlotte. Allein dort sollen Kapazitäten von über einem Gigawatt, 360 Megawatt und bis zu 600 Megawatt entstehen.
Nach Quartalsende folgte die Aufstockung bei Teraco um 16 Prozent für rund 688 Millionen Dollar, überwiegend in Aktien bezahlt. Der Anteil steigt damit von 61 auf etwa 77 Prozent.
Außerdem sammelte der Konzern für eine neue Strategie mit stabilisierten Hyperscale-Rechenzentren in Nordamerika 1,4 Milliarden Dollar an Eigenkapitalzusagen ein. Im Oktober kamen Euro- und Franken-Anleihen im Gegenwert von gut 1,7 Milliarden Dollar hinzu. Die Verschuldung liegt beim 5,2-Fachen des bereinigten EBITDA. Das Management erwartet keine größere Eigenkapitalaufnahme mehr und könnte die Verschuldung künftig senken.
Analysten bleiben zuversichtlich
Bernstein hob das Kursziel von 226 auf 229 Dollar an und bleibt bei "Outperform". Die Bank verweist auf Digital Realtys Rolle als Bauherr von Hyperscaler-Kapazitäten und auf das Kapitalrecycling. Goldman Sachs geht weiter: Das Kursziel steigt von 223 auf 237 Dollar bei Kaufempfehlung. Analyst Michael Ng rechnet für 2027 mit zweistelligem Wachstum beim Core FFO je Aktie.
Die Aktie notierte am Freitag zeitweise bei rund 180 Dollar, etwa 1,8 Prozent im Minus. Zu den Kurszielen bleibt damit ein Abstand von gut 25 Prozent. Die Quartalszahlen haben den Wachstumskurs bestätigt, am Markt zählt nun, wie schnell der Auftragsbestand in Umsatz übergeht. Die neuen Mietverträge starten im Schnitt nach 17 Monaten.
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