Dollarama Aktie: Sparfüchse treiben Wachstum
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 19:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wenn Kanadier aufs Geld schauen, füllt sich Dollaramas Kasse. Der Discounter hat seine Jahresprognose für das Wachstum der vergleichbaren Verkäufe in Kanada erneut angehoben — ein Signal dafür, wie sehr steigende Lebenshaltungskosten und Handelskonflikte das Konsumverhalten verändern.
Im zweiten Quartal legten die vergleichbaren Filialumsätze in Kanada um 5,4 Prozent zu, getragen von 3,7 Prozent mehr Kundenfrequenz. Der Gewinn je Aktie kletterte auf 1,29 kanadische Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Beim Umsatz von 2,03 Milliarden kanadischen Dollar traf das Unternehmen die Prognosen nahezu punktgenau. Die Aktie legte im Anschluss um mehr als vier Prozent zu.
Handelskonflikt als Kundenmagnet
Die USA hatten im August Zölle von 50 Prozent auf kanadische Güter im Wert von 20 Milliarden Dollar verhängt, Kanada zog mit Gegenmaßnahmen nach. Für Dollarama bedeutet die daraus resultierende Verunsicherung offenbar mehr Laufkundschaft: Verbraucher wechseln von Pantry-Artikeln bis zu Körperpflegeprodukten verstärkt zu günstigeren Alternativen. CEO Neil Rossy betonte, das Umfeld bleibe "herausfordernd" und die Konsumenten würden ihr Ausgabeverhalten weiterhin genau abwägen.
Konzernintern bezieht Dollarama 54 Prozent seines kanadischen Beschaffungsvolumens von nordamerikanischen Lieferanten, den Rest importiert das Unternehmen direkt, größtenteils aus China. Höhere Treibstoffkosten will das Management im zweiten Halbjahr über bessere Beschaffung und Betriebsabläufe abfangen — Preiserhöhungen seien nur die letzte Option.
Die neue Jahresprognose für die kanadischen Vergleichsumsätze liegt nun bei 4,0 bis 4,5 Prozent, zuvor waren es 3,0 bis 4,0 Prozent.
Bewertung bleibt Diskussionspunkt
Abseits des starken Kanada-Geschäfts zeigt sich ein gemischtes Bild bei der internationalen Expansion. Die Lateinamerika-Tochter Dollarcity steigerte ihren Nettogewinn um 30,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Australien bleibt dagegen eine Belastung, mit operativen Verlusten von 25 Millionen Dollar und weiterem Druck durch anstehende Sortimentsumstellungen.
Trotz des Kurssprungs notiert die Aktie mit dem 32-fachen der erwarteten Gewinne weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt im Einzelhandel — ein PEG-Verhältnis von 5,67 unterstreicht die anspruchsvolle Bewertung. Der Kurs bewegt sich zudem noch spürbar unter seinem 52-Wochen-Hoch.
Analysten wie das Team von TD Cowen bezeichnen das kanadische Kerngeschäft als stabilen Wachstumsmotor und verweisen darauf, dass die größten Anlaufverluste in Mexiko und Australien mit Blick auf das Geschäftsjahr 2028 allmählich auslaufen dürften.
Für die kommenden Quartale bleibt entscheidend, ob sich die Dynamik aus Kanada fortsetzt und ob Australien den Turnaround schafft, den das Management für die Zeit nach Abschluss der Sortimentsumstellung in Aussicht stellt.
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