Dometic Aktie: Milliardenabschreibung belastet
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 08:19 Uhr | Redaktion boerse-global.deDometic schreibt im dritten Quartal den Goodwill um rund 4,2 Milliarden schwedische Kronen ab und legt ein Restrukturierungsprogramm auf. Das operative Geschäft hielt sich dagegen stabil. Beides zusammen ergibt ein zwiespältiges Bild.
Abschreibung ohne Cash-Effekt
Die Wertberichtigung von 4.229 Millionen Kronen trifft drei Bereiche: Land Vehicles mit 1.835 Millionen, Mobile Cooling Solutions mit 2.139 Millionen und Global Ventures mit 255 Millionen. Als Gründe nennt das Management die anhaltende Schwäche des nordamerikanischen Wohnmobilmarkts und höhere Diskontierungssätze.
Der Posten drückt das Ergebnis tief ins Minus. Das operative Ergebnis (EBIT) lag bei minus 3.936 Millionen Kronen, nach plus 375 Millionen im Vorjahr. Je Aktie steht ein Verlust von 13,71 Kronen zu Buche. Auf Cashflow, EBITA und die Verschuldungsquote wirkt die Abschreibung nicht direkt.
Umbau in Nordamerika
Parallel dazu startet Dometic ein Restrukturierungsprogramm, das sich vor allem auf Land Vehicles in Amerika richtet. Geplant sind Kapazitätsanpassungen, eine schlankere Produktpalette und eine selektivere Vertriebsstrategie. Die Kosten belaufen sich auf 425 Millionen Kronen, davon sollen rund 140 Millionen den Cashflow belasten.
Bis Ende 2028 sollen jährliche Einsparungen von etwa 215 Millionen Kronen entstehen. Weitere Maßnahmen schließt der Vorstand je nach Marktentwicklung nicht aus. Zugleich sieht er in der Konsolidierung der US-Wohnmobilbranche mögliche strategische Chancen.
Operatives Geschäft stabil
Der Umsatz stieg auf 5.116 Millionen Kronen, organisch um 3 Prozent. Drei von vier Segmenten wuchsen, Mobile Cooling legte um 9 Prozent zu. Das bereinigte EBITA sank leicht auf 495 Millionen Kronen, die Marge fiel auf 9,7 Prozent nach 10,4 Prozent.
Höhere Rohstoffpreise, zurückhaltende Konsumenten und gestiegene Vertriebskosten fraßen die Gewinne aus Mehrumsatz und Sparmaßnahmen auf. Preiserhöhungen sollen gegensteuern, wirken aber nur schrittweise.
Schwächer fiel der Cashflow aus: Der freie Cashflow lag bei minus 90 Millionen Kronen, im Vorjahr waren es plus 527 Millionen. Die Verschuldung stieg auf das 3,4-Fache des EBITDA, das Ziel liegt bei etwa 2,5. Positiv wirkt ein Gerichtsurteil: Im Streit um die Igloo-Übernahme von 2022 gaben die Richter Dometic in allen Punkten recht.
Neuer Finanzchef
Auch personell tut sich etwas. Kristoffer Ljungfelt, zuvor CEO und CFO bei Nobia und früher bei Electrolux, übernimmt zum 1. November das Amt des Finanzchefs. Interimsfinanzchef Per Carlsson bleibt bis Jahresende zur Übergabe an Bord.
Für das vierte Quartal verweist das Management auf wachsende Auftragseingänge und einen stärkeren Auftragsbestand. Das Marktumfeld bleibe aber volatil. Um 10.00 Uhr stellen CEO Juan Vargues und Carlsson die Zahlen in einer Telefonkonferenz vor.
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