Doosan Heavy Ind. & Const. Aktie: KHNP sucht neuen Baupartner
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 05:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Ende der Bauvertragsverhandlungen für das tschechische Kernkraftwerk Dukovany belastet Doosan Enerbility heute deutlich. KHNP will einen neuen Baupartner suchen, nachdem die Gespräche mit dem Konsortium aus Doosan und Daewoo E&C gescheitert sind. Doosans separate Ausrüstungsverträge bleiben dagegen bestehen. Die Aktie verliert heute -12% und notiert bei 54.000,00 KRW – eine deutliche Reaktion auf den Rückschlag.
Streit über Kosten und Risiken
Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, hat KHNP die Verhandlungen wegen Differenzen bei zentralen Vertragsbedingungen beendet. Andere Berichte nennen insbesondere die Baukosten und die Risikoverteilung als Streitpunkte. Auch über die höhere Bauvergütung nach der Ausweitung von einem auf zwei Reaktoren bestand demnach keine Einigkeit.
Eine Verständigung gelang trotz Gesprächen auf Arbeits- und Managementebene sowie Schlichtungsversuchen nicht. KHNP hat deshalb die Beendigung der Kooperationsvereinbarung eingeleitet und bereitet eine Ausschreibung für einen Ersatzauftragnehmer vor. Bis zur Auswahl des neuen Partners will KHNP wesentliche Arbeiten selbst übernehmen.
Das Gesamtprojekt ist laut KHNP nicht abgesagt. In Dukovany sollen zwei südkoreanische APR1000-Reaktoren mit jeweils 1.000 MW entstehen. Den Hauptvertrag mit dem Projektinhaber EDU II hatte KHNP im Juni 2025 unterzeichnet.
Für Anleger ist damit die Unterscheidung zwischen dem Kraftwerksprojekt und dem nun gescheiterten Bauvertrag entscheidend. Der Abbruch betrifft die Verhandlungen mit dem bisherigen Konsortium, nicht automatisch sämtliche Lieferbeziehungen rund um Dukovany.
Ausrüstungsverträge bleiben bestehen
Doosans separate Verträge zur Lieferung von Reaktor- und Turbinengeneratorausrüstung bleiben nach den Berichten bestehen. Das Ende der Bauverhandlungen hebt diese Vereinbarungen nicht automatisch auf. Allerdings sind Auswirkungen auf den Zeitplan möglich.
Damit fällt die Nachricht für Doosan differenzierter aus als eine vollständige Absage des Projekts. Der Fortbestand der Ausrüstungsverträge begrenzt den Umfang des Rückschlags. Zugleich schafft der notwendige Wechsel des Baupartners zusätzliche Unsicherheit für die weitere Umsetzung.
KHNP plant, bis Juli 2027 einen Ersatzauftragnehmer auszuwählen. Die Baustellenvorbereitung ist ab Januar 2028 vorgesehen, der Hauptbau ab November 2029. Diese Termine beschreiben die Planung und sind keine Bestätigung dafür, dass der Partnerwechsel ohne Verzögerungen gelingt.
Weitere Verträge werden für 2027 angestrebt. Für Doosan stehen damit der Fortgang der Neuausschreibung und mögliche Folgen für die bestehenden Liefervereinbarungen im Mittelpunkt.
Der heutige Kursrückgang zeigt die negative Marktreaktion auf den gescheiterten Bauabschluss. Für die weitere Einordnung bleibt jedoch wesentlich: Doosan verliert durch den Verhandlungsabbruch nicht automatisch auch seine separat vereinbarten Ausrüstungslieferungen. Entscheidend wird, wie KHNP den Wechsel des Baupartners organisiert und ob sich daraus Änderungen am Projektzeitplan ergeben.
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