EcoGraf: Schuhmacher von BASF in den Beirat
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 16:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am heutigen Montag steht die Aktie von EcoGraf unter Druck und verzeichnet im Handel einen Rückgang von 6,8 Prozent auf 0,1852 Euro. Während kurzfristige Kursschwankungen das Bild bestimmen, konzentriert sich das Unternehmen auf die Umsetzung seiner langfristigen Strategie für das Epanko-Graphitprojekt in Tansania. Dabei setzt die Gesellschaft verstärkt auf Expertise aus der deutschen Industrie, um die Anforderungen des europäischen Batteriemarktes sowie die Erwartungen der Investoren zu erfüllen.
Personelle Verstärkung durch Branchenexperten
EcoGraf ernannte Anfang Juli Sven Olsson zum unabhängigen Mitglied des Verwaltungsrats sowie Dr. Peter Schuhmacher zum Berater des Gremiums. Die Berufung von Schuhmacher gilt als deutliches Signal für die Ambitionen im Bereich der Batteriematerialien: Er fungierte bis vor Kurzem als Präsident der Division für Batteriematerialien, Recycling und Katalysatoren beim deutschen Chemiekonzern BASF. Mit seiner über 30-jährigen Erfahrung in der Branche soll er die globale Expansion des Unternehmens unterstützen.
Sven Olsson, der von Göppingen aus operiert, verstärkt zudem die Governance und die Vernetzung mit der europäischen Aktionärsbasis sowie den dortigen Kapitalmärkten. Diese personelle Neuausrichtung zielt darauf ab, die Brücke zwischen den Rohstoffvorkommen in Ostafrika und den industriellen Abnehmern in Europa zu schlagen.
Stabile Datenbasis durch Machbarkeitsstudie
Das operative Rückgrat der Unternehmensplanung bildet die im Februar abgeschlossene aktualisierte Bankfähigkeitsstudie (BFS) für das Vorhaben in Tansania. Diese sieht eine Steigerung des geplanten Durchsatzes um 21,7 Prozent auf eine Produktion von 73.000 Tonnen pro Jahr für die erste Phase von 15 Jahren vor. Das Unternehmen beziffert den Vorsteuer-Kapitalwert (NPV10) auf 516 Millionen US-Dollar bei einem internen Zinsfuß von 31,1 Prozent.
Die Schätzung für das benötigte Kapital vor Produktionsbeginn liegt laut der Studie bei 181,2 Millionen US-Dollar, ergänzt um notwendige Umsiedlungskosten in Höhe von 18,1 Millionen US-Dollar. Die Berechnungen stützen sich auf eine aktualisierte Erzreserve von 16,7 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 8,2 Prozent Graphitkohlenstoff.
Finanzierung und technologische Wettbewerbsfähigkeit
Ein wesentlicher Baustein für die Realisierung ist die angestrebte Fremdkapitalfinanzierung. Ende April gab das Unternehmen Fortschritte bei den Verhandlungen mit der KfW IPEX-Bank über eine vorrangig besicherte Kreditfazilität von bis zu 105 Millionen US-Dollar bekannt.
Ein interministerieller Ausschuss der Bundesrepublik Deutschland gab hierzu eine unverbindliche Indikation ab, wonach das Projekt grundsätzlich für eine UFK-Garantie (Ungebundene Finanzkredite) infrage kommt.
Zusätzlich bestätigte eine im Mai veröffentlichte globale Bewertung die Wettbewerbsfähigkeit des flusssäurefreien Reinigungsverfahrens (HFfree), das EcoGraf für die Herstellung von Batteriegrafit einsetzt.
Trotz dieser strukturellen Fortschritte bleibt die Aktie in einem volatilen Umfeld. Das Papier notiert aktuell 9,7 Prozent unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was die anhaltende technische Schwäche im Sektor widerspiegelt.
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