Elia: UBS hebt auf Buy mit 147-Euro-Ziel
Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 05:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der belgische Netzbetreiber Elia Group rückt nach der Vorlage seiner Halbjahreszahlen und einer aktuellen Hochstufung durch die UBS wieder verstärkt in den Fokus der Anleger. Während der Aktienkurs in den vergangenen Wochen eine Korrektur durchlief, sehen Analysten in der aktuellen Bewertung eine Einstiegschance. Am vergangenen Freitag ging das Papier mit einem Schlusskurs von 132,80 € aus dem Handel und konnte damit auf Wochensicht ein Plus von 6,67 % verbuchen.
Starke Halbjahresbilanz trotz verfehlter Erwartungen
Die Elia Group blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2026 zurück. Wie das Unternehmen am Montag bestätigte, stieg der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29,4 % auf 348,7 Millionen Euro. Trotz dieses deutlichen Zuwachses blieb das Ergebnis je Aktie im zweiten Quartal mit 3,18 US-Dollar hinter den durchschnittlichen Markterwartungen von 3,60 US-Dollar zurück. Dennoch hält das Management an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest und bekräftigte eine Prognose für den Nettogewinn in einer Spanne von 690 Millionen bis 740 Millionen Euro.
Das massive Investitionsprogramm zum Ausbau der Netzinfrastruktur spiegelt sich derweil in der Bilanz wider. Im ersten Halbjahr investierte der Konzern die Rekordsumme von 1,9 Milliarden Euro. In der Folge stieg die konsolidierte Nettoverschuldung zum 30. Juni 2026 auf 14,3 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 5 % gegenüber dem Jahresende 2025 entspricht. Um diese Expansion finanziell abzusichern, begab das Unternehmen unter anderem eine Hybridanleihe im Volumen von 900 Millionen Euro.
Strategische Weichenstellungen und regulatorische Fortschritte
Neben den nackten Zahlen treibt die Elia Group ihre internationale Strategie voran. Über die Plattform WindGrid wurde in Partnerschaft mit dem Canada Pension Plan Investment Board (CPP Investments) eine Minderheitsbeteiligung von 25 % am Tarchon-Projekt erworben. Dabei handelt es sich um eine 1,4 GW starke Untersee-Stromverbindung zwischen Deutschland und Großbritannien. Parallel dazu gab das Unternehmen eine Anpassung seines Budgets für das laufende Jahr bekannt: Die geplanten Investitionsausgaben für 2026 wurden um 300 Millionen Euro gesenkt, was Elia mit Verschiebungen bei Beschaffung und Zeitplanung für große Offshore-Projekte wie LanWin 6 begründete. Bis 2028 plant der Konzern jedoch weiterhin mit Gesamtinvestitionen in Höhe von 32 Milliarden Euro.
Auf regulatorischer Ebene gab es zuletzt wichtige Fortschritte. Die belgische Energiebehörde CREG genehmigte Ende Juli die Tarifmethodik für den Zeitraum 2028 bis 2031. In Deutschland steht zudem eine wichtige Entscheidung für die Tochtergesellschaft 50Hertz bevor: Die öffentliche Konsultation zum Netzentwicklungsplan (NEP) 2037/2045 soll laut Unternehmensangaben am 24. August enden.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Die Analysten der UBS haben die Aktie am Mittwoch von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 142,00 Euro auf 147,00 Euro angehoben. Die Experten bezeichneten den vorangegangenen Kursrückgang von etwa 8 % nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen als ungerechtfertigt. Sie verwiesen dabei insbesondere auf die beibehaltenen Investitionsziele bis 2028. Auch die Analysten von Jefferies bleiben optimistisch und führen den Wert am vergangenen Sonntag weiterhin mit einer Kaufempfehlung („Buy“), reduzierten jedoch das Kursziel geringfügig von zuvor 155,00 Euro auf nun 152,00 Euro.
Trotz der jüngsten Erholung notiert die Aktie mit einem Abstand von -1,59 % noch immer knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Elia Group die operative Dynamik nutzen kann, um den kurzfristigen Abwärtstrend nachhaltig zu brechen und die von Analysten avisierten Zielmarken ins Visier zu nehmen.
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