Elisa, Aktie

Elisa Aktie: Rechenzentren gegen Mobilfunk-Flaute

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schwächere Mobilfunkkennzahlen belasten Elisa, während Google-Aufträge für Rechenzentren wachsen und die Jahresziele unverändert bleiben.
Moderne Serverräume in einem Rechenzentrum mit leuchtenden LED-Anzeigen als Symbol für digitale Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt.

Elisa liefert für das dritte Quartal Zahlen, die den Kurs belasten: Die Aktie gab im Handel um gut fünf Prozent nach. Das Mobilfunkgeschäft erholt sich langsamer als erhofft, die Kundenabwanderung steigt. Dafür sorgt ein neuer Großauftrag von Google für Rückenwind in einem anderen Bereich.

Mobilfunk bremst, Kosten helfen

Der Umsatz blieb mit 561 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Das bereinigte EBITDA sank um zwei Prozent auf 210 Millionen Euro, das bereinigte EBIT um fünf Prozent auf 131 Millionen Euro. Je Aktie verdiente Elisa bereinigt 0,59 Euro nach 0,64 Euro im Vorjahr.

Der Telekommunikationsumsatz ging um 1,3 Prozent auf 349 Millionen Euro zurück. Konzernchef Topi Manner verwies auf das harte Wettbewerbsumfeld im Mobilfunk des Vorjahres und auf "leicht verschärften" Wettbewerb in diesem Quartal. Die Kündigungsrate bei Vertragskunden stieg auf 18,7 Prozent, nach 16,7 Prozent im Vorquartal. Manner nannte das saisontypisch. Die Zahl der Postpaid-Verträge ohne Maschinenkommunikation sank um 16.300.

Die Abschaltung des klassischen Festnetzes nach 140 Jahren kostete rund zwei Millionen Euro an EBITDA und Umsatz. Im Geschäftskundensegment fiel der Umsatz um 4,3 Prozent auf 178 Millionen Euro.

Lichtblicke gibt es dennoch. Die Preise für Privatkunden-Mobilverträge liegen über Vorjahr, wirken aber verzögert. Die Vermarktungskosten sanken, und im Festnetz kamen 20.400 Glasfaserkunden hinzu.

Google-Deal und Verschuldung

Elisa soll drei neue Rechenzentrumscampus von Google in Finnland anbinden. Die Auftragseingänge für Rechenzentrumsanbindungen summieren sich seit Jahresbeginn auf knapp 100 Millionen Euro, der Großteil kam im dritten Quartal. Umsatzwirksam wird das Backlog allerdings hauptsächlich ab 2028. Für das laufende Jahr erwartet das Management bereits einen positiven Netto-Cashflow aus diesem Geschäft.

Die Bilanz zeigt dagegen Gegenwind. Die Nettoverschuldung stieg um 9,4 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro, das Verhältnis zum EBITDA liegt bei 1,9 nach 1,7 im Vorjahr. Der bereinigte Cashflow fiel um sieben Prozent auf 116 Millionen Euro. Gründe sind das schwächere EBITDA, höhere Finanzierungskosten und höhere Investitionen.

Prognose und Dividende

Die Jahresziele bleiben unverändert. Elisa erwartet ein bereinigtes EBITDA von 815 bis 845 Millionen Euro und einen Umsatz auf oder leicht über dem Niveau von 2025. Voraussetzung ist, dass sich das wirtschaftliche Umfeld schrittweise verbessert. Das Sparprogramm bei der Softwaresparte Elisa Industriq soll wie geplant 40 Millionen Euro Einsparungen liefern.

Der Verwaltungsrat hat die dritte Dividendenrate von 0,60 Euro je Aktie beschlossen. Stichtag ist der 26. Oktober 2026, ausgezahlt wird am 4. November 2026. Danach bleibt Spielraum für eine weitere Rate von maximal 0,60 Euro.

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