Enlight Renewable Energy Aktie: Google an Bord
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Enlight Renewable Energy legt Quartalszahlen vor, die den eigenen Wachstumskurs eindrucksvoll bestätigen – und liefert mit einem ersten großen US-Kundenvertrag gleich noch eine strategische Duftmarke. Der israelische Solar- und Speicherentwickler hebt nach einem starken ersten Halbjahr seine Jahresprognose an. Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 7,05 Prozent.
Rekordquartal treibt die Prognose
Im zweiten Quartal 2026 stiegen Umsatz und Erträge um 55 Prozent auf 210 Millionen Dollar, verglichen mit 135 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn schoss um 460 Prozent auf 31 Millionen Dollar von 6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Das bereinigte EBITDA stieg um 67 Prozent auf 160 Millionen Dollar. Selbst ohne den Sondereffekt aus dem Teilverkauf des Sunlight-Clusters wäre die Kennzahl noch um 50 Prozent gewachsen – ein Beleg für die operative Substanz hinter dem Wachstum.
Der Vorstand hob die Jahresprognose für 2026 an. Umsatz und Erträge sollen nun zwischen 790 und 820 Millionen Dollar liegen, rund 4,5 Prozent mehr als bisher am Mittelwert. Grund für die Anhebung sind starke operative Ergebnisse, höhere Strompreise in Europa und ein schwächerer Dollar.
Auch beim bereinigten EBITDA wächst das Ziel: 565 bis 585 Millionen Dollar, ein Plus von 3,6 Prozent am Mittelwert.
Google öffnet die Tür in den USA
Strategisch bedeutsam ist ein 15-jähriger Stromabnahmevertrag mit Google über 200 Megawatt Solarkapazität am Solstice-Projekt in Oklahoma. Es ist Enlights erster Vertrag mit einem gewerblichen Großkunden in den USA und zugleich der Einstieg in den Marktplatz SPP im Südwesten des Landes. Der Deal signalisiert, dass Enlight künftig verstärkt auf sogenannte Hyperscaler als Abnehmer setzt – jene Technologiekonzerne, deren Rechenzentren wegen des KI-Booms enorme Strommengen benötigen.
Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen für den CO-Bar-Komplex in Arizona eine Finanzierung von 2,6 Milliarden Dollar – die größte in der Firmengeschichte, gestemmt von einem Konsortium aus sieben internationalen Banken. Das Projekt umfasst rund 1,2 Gigawatt Solarkapazität und 4.000 Megawattstunden Speicherkapazität, verteilt auf fünf Bauphasen.
Speicher und Rechenzentren als neue Wachstumstreiber
Auch in Europa expandiert Enlight kräftig: Neue Speicherprojekte in Finnland und Rumänien sollen zwischen 2028 und 2029 ans Netz gehen und laut Unternehmensangaben unlevered Renditen von rund 17 bis 19 Prozent abwerfen. Speicherkapazitäten machen inzwischen etwa die Hälfte der erwarteten Erlöse aus dem sogenannten reifen Portfolio aus.
Zusätzlich stellte das Unternehmen eine neue Sparte für Rechenzentren vor, die künftig gemeinsam mit erneuerbaren Erzeugungsanlagen entwickelt und betrieben werden sollen – eine Antwort auf die steigende Stromnachfrage durch KI-Anwendungen.
Bis Ende 2028 will Enlight seine operative Kapazität auf rund 12 Gigawatt (faktorisiert) ausbauen und einen jährlichen Erlöslauf von mehr als 2,2 Milliarden Dollar erreichen – nahezu das Dreifache des für Ende 2026 erwarteten Niveaus. Bis Jahresende 2026 sollen zudem 87 Prozent des sogenannten reifen, noch nicht ertragswirksamen Portfolios entweder im Bau oder bereits in Betrieb sein.
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