Equinor Aktie: Kauft 700.000 Aktien zurück
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der norwegische Energiekonzern Equinor treibt seine Expansion im Bereich der erneuerbaren Energien und Speichersysteme voran, während er gleichzeitig die Rückführungen an seine Aktionäre auf hohem Niveau hält. Mit der Inbetriebnahme eines großen Batteriespeichers in den USA und einem laufenden milliardenschweren Rückkaufprogramm festigt das Unternehmen seine Position in einem volatilen Marktumfeld.
Fokus auf Erdgas und Speicherprojekte
In den Vereinigten Staaten hat Equinor durch seine Tochtergesellschaft East Point Energy das bisher größte eigene Energiespeicherprojekt ans Netz gebracht. Die Anlage namens Citrus Flatts in Harlingen, Texas, verfügt über eine Kapazität von 100 Megawatt beziehungsweise 200 Megawattstunden. Dieses Projekt unterstreicht die Strategie des Konzerns, über das klassische Öl- und Gasgeschäft hinaus in flexible Energielösungen zu investieren.
Parallel dazu bleibt die Gasversorgung Europas ein zentrales Thema. Medienberichten zufolge betonte der CEO von Equinor kürzlich, dass die Kooperation mit dem deutschen Energieversorger Uniper die europäische Energiesicherheit stärke und Investitionen auf dem norwegischen Festlandsockel absichere.
Ein leitender Mitarbeiter des Unternehmens wies laut Reuters am Dienstag zudem darauf hin, dass Deutschland die notwendigen Erdgasmengen für den kommenden Winter sichern könne, sich jedoch auf anhaltend hohe Preise einstellen müsse.
Spannung herrscht zudem mit Blick auf den kommenden Dienstag. Laut Reuters wird erwartet, dass die britischen Behörden am 15. September über die Genehmigung neuer Bohrungen für das Jackdaw-Gasfeld in der Nordsee entscheiden. Equinor entwickelt dieses Feld gemeinsam mit Shell, nachdem ein Gerichtsurteil im vergangenen Jahr eine Neuvorlage des Antrags unter strengeren Umweltauflagen erforderlich gemacht hatte.
Rückkaufprogramm für eigene Aktien läuft weiter
Ein wesentlicher Treiber für den Investorenfokus bleibt die Kapitalallokation des Unternehmens. Equinor gab am Dienstag Details zu den jüngsten Aktienrückkäufen im Rahmen der dritten Tranche des Programms für das laufende Jahr bekannt. Im Zeitraum vom 31. August bis zum 4. September erwarb der Konzern insgesamt 700.000 eigene Aktien zu einem Durchschnittspreis von 400,9647 NOK pro Stück.
Insgesamt hat Equinor in dieser dritten Tranche bislang 4.348.520 Aktien zurückgekauft. Das Gesamtvolumen für diese Teilphase beläuft sich damit aktuell auf über 1,68 Milliarden NOK. Solche Maßnahmen dienen in der Regel der Stützung des Aktienkurses und signalisieren Zuversicht der Unternehmensführung in die eigene Finanzstärke. Seit Jahresbeginn konnte das Papier bereits ein deutliches Plus von 92 % verbuchen.
Analysten zwischen Skepsis und Kurszielanpassungen
Trotz der operativen Fortschritte und der starken Kursentwicklung in den vergangenen Monaten zeigen sich Analysten uneins bei der Bewertung der Aktie. Die Experten von Goldman Sachs hoben gestern ihr Kursziel für Equinor von 320 auf 350 NOK an, beließen die Einstufung jedoch auf "Sell". Damit signalisiert das Haus trotz der Zielerhöhung weiterhin Vorsicht gegenüber der aktuellen Bewertung des Titels.
Bereits am Freitag der vergangenen Woche hatte Morgan Stanley das Kursziel von 323 auf 376 NOK angepasst und die Einstufung "Equal Weight" beibehalten. Das aktuelle Marktgeschehen spiegelt diese Gemengelage wider: Nachdem die Aktie gestern noch ein neues 52-Wochen-Hoch bei 39,50 € markiert hatte, notiert sie heute bei 38,44 € und verliert damit 1,3 %. Anleger beobachten nun genau, ob die kommenden Entscheidungen zu Großprojekten wie Jackdaw weitere Impulse für den Kursverlauf liefern können.
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