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Erste Bank Aktie: TFI wird nicht mehr voll konsolidiert

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 06:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Erste TFI wird künftig nach der Equity-Methode bilanziert; UBS hob das Kursziel an und die Bank finanziert Windparkprojekte mit.
Abstrakte Darstellung moderner Bankarchitektur mit reflektierendem Licht und einer Atmosphäre finanzieller Stabilität. Illustration mit AI erstellt.

Vor der Vorlage der Zwischenbilanz für das dritte Quartal richtet sich der Blick der Anleger auf die operative Entwicklung der Erste Group Bank AG. Das Institut wird die Resultate für die ersten drei Quartale am 30. Oktober veröffentlichen. Im gestrigen Handel verzeichnete das Papier eine verhaltene Tendenz und schloss bei 109,10 Euro.

Mit diesem Schlussstand notiert die Aktie knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 108,68 Euro. Marktbeobachter achten vor den anstehenden Finanzberichten vor allem darauf, wie sich die zentralen Ertragspfeiler im aktuellen Zinsumfeld behaupten.

Konsolidierungswechsel bei polnischer Fondstochter

Auf Unternehmensebene vollzog die Gruppe zuletzt eine strukturelle Anpassung in Osteuropa. Die Tochtergesellschaft Erste Bank Polska veräußerte eine Aktie an die Erste Asset Management GmbH zu einem Preis von 2.924 Euro.

Infolge dieser Transaktion sank der Anteil der polnischen Tochter an der Fondsgesellschaft Erste TFI auf rund 49,999 Prozent. Das Fondsunternehmen wird künftig nicht mehr voll konsolidiert, sondern nach der Equity-Methode bilanziert. Der finale einmalige Effekt auf den Konzernüberschuss soll anhand aktualisierter Bilanzdaten zum Stichtag am 31. Oktober ermittelt werden.

Die bilanzielle Neuzuordnung markiert eine gezielte Bereinigung im Vorfeld des anstehenden Berichts. Anleger erhalten mit den kommenden Quartalsdaten Klarheit darüber, welche bilanziellen Auswirkungen der Schritt für das Gesamtergebnis mit sich bringt.

Erwartungen an das dritte Quartal

Rückenwind für das operative Bankgeschäft sieht die Schweizer Großbank UBS. Analysten des Hauses passten ihr Kursziel für die Erste Group am 16. Oktober von zuvor 125,0 Euro auf 127,0 Euro an und bestätigten ihre Einstufung mit „Buy“.

Die Experten begründeten ihre Einschätzung mit einem erwarteten Wachstum bei den Nettozinserträgen und Gebühreneinnahmen im dritten Quartal. Zudem hob das Analysehaus die anhaltende Kostendisziplin des Instituts positiv hervor.

Kreditvergabe im Bereich erneuerbare Energien

Neben den Vorbereitungen auf den Finanzbericht engagiert sich das Unternehmen weiterhin bei großvolumigen Infrastrukturprojekten. Am 13. Oktober gab die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG bekannt, gemeinsam mit weiteren Partnern die Finanzierung für zwei Repoweringprojekte der WEB Windenergie AG zu begleiten.

Das Gesamtvolumen für die Vorhaben in Maustrenk und Auersthal beläuft sich auf rund 200 Millionen Euro, wovon die Bank rund 65 Millionen Euro finanziert. Die geplante Gesamtleistung liegt bei 105,6 Megawatt.

Die Inbetriebnahme der Windparks ist für Ende 2028 geplant. Die Erste Group Bank AG übernimmt im Rahmen dieses Finanzierungspakets zugleich die Rolle der Fazilitätsagentur.

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