Europe Stoxx 600: SAP und Adidas stĂŒtzen Erholung
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 05:33 Uhr | Redaktion boerse-global.deStarke Unternehmenszahlen und nachgebende Rohölpreise haben dem STOXX Europe 600 gestern eine Erholung ermöglicht. Der Index gewann 0,9% und schloss bei 644,47 Punkten. Damit ĂŒberwog am europĂ€ischen Aktienmarkt der RĂŒckenwind aus der Berichtssaison â trotz französischer Haushaltsprobleme und neuer Inflationssignale aus GroĂbritannien.
Nach Angaben von dpa gaben die Ălpreise ihre anfĂ€nglichen Gewinne wieder ab. Zusammen mit ĂŒberzeugenden GeschĂ€ftsergebnissen entlastete dies die Stimmung. Die Erholung beseitigt die Belastungsfaktoren allerdings nicht: Politische Unsicherheit und die Aussicht auf höhere Zinsen stehen weiterhin gegen die positiven Unternehmensnachrichten.
Berichtssaison liefert konkrete UnterstĂŒtzung
Zu den StĂŒtzen gehörten SAP und EssilorLuxottica. SAP meldete gestern Quartalszahlen und hob den Ausblick fĂŒr den Cloud-Umsatz im laufenden Jahr an. Reuters zufolge sorgten auĂerdem starke Quartalsergebnisse von EssilorLuxottica fĂŒr Nachfrage nach den Aktien des Brillenkonzerns und unterstĂŒtzten europĂ€ische Luxuswerte.
Auch Adidas erhöhte gestern seine Prognose. Das Unternehmen erwartet fĂŒr 2026 nun einen operativen Gewinn von rund 2,5 Milliarden Euro statt bisher rund 2,3 Milliarden Euro.
Adidas verwies auf VerkĂ€ufe zum vollen Preis und eine RĂŒckerstattung von US-Zöllen. Die Prognoseanhebung liefert damit einen weiteren konkreten Beleg fĂŒr den RĂŒckenwind aus den Unternehmen. Sie ist aber kein Signal fĂŒr eine durchgehend starke Berichtssaison.
Das zeigen Carrefour und Michelin. Reuters berichtete, dass Carrefour seine Jahresgewinnprognose wegen zusĂ€tzlicher Kosten und beeintrĂ€chtigter GeschĂ€fte infolge französischer Unruhen senkte. Michelin belasteten niedrigere NeunmonatsumsĂ€tze. FĂŒr den Gesamtmarkt ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Positive Ăberraschungen können den Index stĂŒtzen, wĂ€hrend operative SchwĂ€chen einzelne Aktien unter Druck setzen.
Frankreich und Inflation bleiben GegenkrÀfte
Besonders Frankreich bleibt ein Risikofaktor. Laut Reuters erreichten die Renditen französischer Staatsanleihen gestern 5% und damit erstmals seit 2002 wieder dieses Niveau. Dahinter stehen Sorgen um die FÀhigkeit der Regierung, einen Haushalt zu verabschieden und das Defizit zu verringern.
Die Spannungen hatten den europĂ€ischen Aktienmarkt bereits am Montag belastet. Am Dienstag kamen hohe Ălpreise und erneute Bedenken gegenĂŒber Investitionen in kĂŒnstliche Intelligenz hinzu. Die gestrige Erholung steht somit einer weiterhin störanfĂ€lligen Nachrichtenlage gegenĂŒber.
ZusĂ€tzlichen Zinsdruck signalisierte GroĂbritannien. Nach Angaben von dpa beschleunigte sich die jĂ€hrliche Verbraucherpreisinflation im September auf 3,5%. Erwartet worden waren 3,4%. AP zufolge verstĂ€rkte die Veröffentlichung die Erwartungen einer Zinserhöhung durch die Bank of England im November.
Konjunkturdaten prĂŒfen die Widerstandskraft
Einen Gegenpol liefern EinschĂ€tzungen aus der EuropĂ€ischen Zentralbank. Reuters zufolge erklĂ€rten deren Ăkonomen gestern, die Wirtschaft des Euroraums habe den Energieschock besser verkraftet als erwartet. Sie nannten eine geringere AbhĂ€ngigkeit von fossilen Brennstoffen, fiskalische UnterstĂŒtzung und Investitionen im Zusammenhang mit kĂŒnstlicher Intelligenz. Zugleich warnten sie vor einem möglichen Nachlassen dieser StĂŒtzen.
Heute steht das Verbrauchervertrauen im Euroraum an. Morgen folgen vorlĂ€ufige Einkaufsmanagerindizes fĂŒr den Euroraum, Deutschland und GroĂbritannien. Die nĂ€chste geldpolitische Entscheidung der EZB ist fĂŒr den 29. Oktober vorgesehen.
Damit richtet sich der Blick neben der Berichtssaison auf die Belastbarkeit der Nachfrage. Unternehmensgewinne tragen die Erholung des STOXX Europe 600; Konjunktur- und Inflationsdaten werden zeigen, wie viel UnterstĂŒtzung das wirtschaftliche Umfeld bietet.
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